Führung soll gestrafft werden
Unilever organisiert sich nach Gewinnrückgang neu

Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever reagiert auf einen deutlichen Gewinneinbruch 2004 mit einer Straffung der Konzernführung.

dpa ROTTERDAM. Alleiniger operativer Chef wird der Franzose Patrick Cescau, bisher Vorsitzender des britischen Konzernteils. Sein Co-Vorsitzender, der Niederländer Antony Brugmanns, behält nur noch eine beratende Funktion. Das gab der Konzern am Donnerstag in Rotterdam bekannt.

Konsumflaute und starker Wettbewerb haben dem Unternehmen im vergangenen Jahr einen Rückgang des operativen Gewinns um neun Prozent auf 6,14 Mrd. Euro (zu aktuellen Wechselkursen) gebracht. Der Nettogewinn schrumpfte um 32 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Dazu trugen auch Abschreibungen von 650 Mill. Euro beim Schlankmacher Slim Fast bei, den Unilever nicht gegen die konkurrierenden kohlehydratarmen Produkte positionieren konnte.

Der Umsatz ging 2004 um sechs Prozent auf gut 40 Mrd. Euro zurück. Im letzten Quartal 2004 machte der Konzern einen Verlust von 283 Mill. Euro. „Durch eine Reihe von Zielsetzungen haben wir unsere Flexibilität eingeschränkt und uns nicht rechtzeitig an verschlechterte Marktbedingungen angepasst“, resümieren die beiden Vorsitzenden in ihrem Jahresbericht.

Eine wachsende Zahl von Billiganbietern habe die Geschäfte erschwert. Hinzu gekommen sei ein schlechter Sommer mit wenig Nachfrage für Eis und Eistee. Insgesamt ging der Verkauf von Unileverprodukten in Europa im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent zurück. In den USA wuchsen die Verkäufe um 1,5 Prozent, allerdings verlor der Konzern Marktanteile bei Körperpflege- und Haushaltsmitteln.

Die neue Führungsstruktur soll bereits bis April durchgesetzt sein. Dazu gehört auch eine Verkleinerung des Vorstands. Ob der niederländische und der britische Teil zusammengeführt werden, wird geprüft.

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