Führungsstreit scheinbar entschieden
Der Deutsche Humbert wird offenbar neuer Airbus-Chef

Laut eines Zeitungsberichts ist der Führungsstreit bei Airbus entschieden. Der Deutsche Gustav Humbert soll dem Franzosen Noel Forgeard folgen. Der geht abr nicht freiwillig.

HB PARIS. Die Ernennung Humberts könnte am 1. Juni erfolgen, berichtete die französische Tageszeitung „La Tribune“ am Freitag. Manfred Bischoff, Co-Chairman der Airbus-Muttergesellschaft EADS, habe sich am Donnerstag mit dem französischen Finanzminister Thierry Breton und dem zweiten EADS-Co-Chairman Arnaud Lagardere in Paris getroffen. Ziel des Treffens sei gewesen, den deutsch-französischen Streit um die Führung des Konzerns beizulegen. Die Berufung Humberts sei nun „sehr wahrscheinlich“.

Bereits die Verschiebung der Entscheidung über den neuen Airbus-Chef auf einen Zeitpunkt nach dem französischen EU-Referendum am 29. Mai deutete darauf hin, dass Humbert den Posten erhält. Denn in Frankreich wurde befürchtet, dass die Entscheidung für einen Deutschen die Zustimmung der Franzosen zur EU-Verfassung gefährden könnte.

Der französische Staat sowie der französische Mischkonzern Lagardere halten jeweils rund 15 Prozent an EADS, Daimler-Chrysler rund 30 Prozent.

Airbus und die Muttergesellschaft EADS befinden sich in einer Führungskrise, seitdem der designierte EADS-Co-Chef Noel Forgeard angekündigt hatte, gleichzeitig die Führung bei Airbus behalten zu wollen. Forgeard und der Chef der Verteidigungssparte des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns, der Deutsche Thomas Enders, sollten eigentlich vergangene Woche vom Board des Konzerns zur neuen EADS-Doppelspitze berufen werden.

Wegen Unstimmigkeiten über die Besetzung der vier Bereichschefs - allen voran Forgeards Nachfolge als Airbus-Chef - wurde die Entscheidung aber bis zum 1. Juni verschoben. Bis dahin sollen Forgeard und Enders die Bereichschefs gefunden haben. In der Zwischenzeit liegt die Führung des Konzerns in den Händen der beiden Chairmen Manfred Bischoff und Arnaud Lagardere.

Forgeard wollte übergangsweise beide Posten bekleiden, hatte dies eigenen Angaben zufolge jedoch nicht als Dauerlösung im Sinn. Der größte EADS-Einzelaktionär Daimler-Chrysler lehnte diese Lösung jedoch ab. Der Streit beschäftigte auch die Regierungen der beiden Länder.

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