Führungswechsel
Cordes soll Metro neu ausrichten

Beim Düsseldorfer Handelskonzern Metro gibt es überraschend einen Führungswechsel. Aufsichtsratschef Eckhard Cordes, der als harter Sanierer gilt, wird den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Hans-Joachim Körber Ende Oktober ablösen. Körber scheidet damit vorzeitig aus. Das Dax-Unternehmen bestätigte die Handelsblatt-Information am Donnerstag.

DÜSSELDORF. Cordes, ehemaliger Mercedes-Chef, kam vor zwei Jahren im Rennen um die Nachfolge von Jürgen Schrempp bei Daimler-Chrysler nicht zum Zuge und verließ anschließend den Autokonzern. Er war im Januar 2006 an die Spitze des Duisburger Familienkonzerns Haniel gewechselt. Bereits einen Monat später übernahm er bei Metro, wo Haniel als Großaktionär vertreten ist, den Vorsitz im Aufsichtsrat. Seither kursieren Meldungen, nach denen es zwischen Cordes und Metro-Vorstandschef Körber mehrfach zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sei.

Wie es in Kreisen von Haniel heißt, werde Cordes möglicherweise auch bei seinem bisherigen Arbeitgeber weiter den Vorstand leiten. Das neue Engagement an der Spitze des Metro-Konzerns sei aber keinesfalls interimistisch. Cordes solle eine strategische Neuausrichtung der Metro begleiten. „Er wird den Konzern langfristig ausrichten“, sagte ein Unternehmensinsider. Sein Amt als Metro-Aufsichtsratschef werde er abgeben, seine Spitzenstellung bei der Duisburger Holding Haniel aber behalten. Eine Sprecherin von Haniel wollte sich zu den Plänen ihres Vorstandschefs nicht äußern.

Die Metro-Aktie reagierte mit deutlichen Kurssprüngen auf die Nachricht. Nachdem die Titel schon am Mittwoch während im elektronischen Xetra-Handel zwei Prozent zugelegt hatte und auf dem Parkett nach Ende des Computerhandels weiter bis zu einem Kursplus von 2,9 Prozent gestiegen war, notierte sie am Donnerstagmorgen zu Handelsbeginn fast fünf Prozent fester.

Ein Showdown zwischen Cordes und Körber zeichnete sich ab, nachdem Haniel am 31. August zusammen mit dem Duisburger Metro-Großaktionär Schmidt-Ruthenbeck die Mehrheit am Konzern übernommen hatte. In den Tagen zuvor hatte Haniel die Beteiligung an der Metro um 15,7 auf 34,2 Prozent aufgestockt, der ehemalige Spar-Händler Schmidt-Ruthenbeck kaufte ebenfalls 2,6 Prozent hinzu und poolte seinen Anteil mit dem des Nachbarn aus Duisburg. Zusammen besitzen die beiden Metro-Gründerfamilien damit jetzt 50,01 Prozent der Aktien.

Mit ihrem gemeinsamen Vorstoß booteten Haniel und Schmidt-Ruthenbeck den dritten Metro-Gründer, Otto Beisheim, aus. Der 83-Jährige hatte bis dahin seine 18,6-Prozent-Beteiligung gemeinsam mit Haniel und Schmidt-Ruthenbeck in der Metro-Vermögensverwaltung gepoolt. Sie hielt seit dem Börsengang der Metro 1996 die Mehrheit der Stimmrechte und lenkte nach dem Einigkeitsprinzip im Hintergrund die Geschicke des Konzerns.

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