Führungswechsel ist offiziell
Reithofer lenkt künftig BMW

Der Münchener Autokonzern BMW steht vor einem Führungswechsel. Auf der Aufsichtsratssitzung am heutigen Donnerstag hat das Germium Produktionsvorstand Norbert Reithofer zum Nachfolger von Helmut Panke ernannt und damit entsprechende Informationen vom Vortag bestätigt. Die größte Herausforderung für den Neuen wird sein, die Produktion auszuweiten.

HB/fas/mab DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Der 50-jährige Reithofer wird Panke schon zum 1. September beerben, obgleich Pankes Vertrag eigentlich noch bis zum Frühjahr 2007 gelaufen wäre. Mit dem vorzeitigen Wechsel an der Spitze wolle BMW eine Zeit des Stillstands vermeiden, hieß es zur Begründung. Panke wird am 31. August 60 Jahre alt und erreicht damit die BMW-interne Altersgrenze für Topmanager. Über die Verlängerung seines Vertrages war seit Wochen spekuliert worden; seit Mittwoch stand so gut wie fest, dass Reithofer ihm nachfolgt.

Neben Panke wird auch Entwicklungsvorstand Burkhard Göschel das Unternehmen aus Altersgründen verlassen, wie BMW bestätigte. Sein Nachfolger wird Klaus Dräger, der bislang für die Limousinen der 5er- und 7er-Reihe verantwortlich war. Die Rolle des Produktionsvorstands soll künftig Peter Arndt übernehmen, der bisher das Werk Dingolfing leitet. Aufsichtsratschef Joachim Milberg sagte, mit dieser Entscheidung sei die Führung „für die kommenden Jahre“ aufgestellt.

Im Gespräch für den Chefposten waren auch Vertriebsvorstand Michael Ganal und Finanzchef Stefan Krause. Ausschlaggebend sei der „kollegiale Führungsstil“ von Reithofer gewesen, heißt es in Branchenkreisen. Reithofer gilt aber auch als Favorit von Aufsichtsratschef Joachim Milberg, der zuvor ebenfalls Produktionschef und Vorstandsvorsitzender bei BMW war. Milberg war zudem Reithofers Doktorvater.

Panke ist seit 2002 an der Spitze von BMW. Vergeblich warb der BMW-Chef öffentlich um eine Vertragsverlängerung. „Ich bin gerne Kapitän“, sagte der BMW-Chef noch im März auf der Bilanzpressekonferenz an die Adresse des Aufsichtsrats, in dem die Familie Quandt als Großaktionär das Sagen hat. Doch die mochte die intern geltende Altersgrenze für Führungskräfte nicht außer Kraft setzen.

Die grundsätzliche Entscheidung, Pankes Vertrag nicht zu verlängern und ihn durch Reithofer zu ersetzen, fiel endgültig Mitte Mai. Seitdem versuchte BMW immer wieder öffentlich dem Eindruck entgegenzutreten, dass Panke vor der Ablösung stehe. In der vergangenen Woche dann brach Kronprinz Reithofer selbst das Schweigen mit der Bemerkung, dass er die Altersgrenze für Führungskräfte bei BMW für sinnvoll halte. Auch Panke bestätigte indirekt seinen bevorstehenden Abgang, indem er sagte: „Die Ersatzbank bei BMW ist gut besetzt.“ Traditionell werden die Vorstandsvorsitzenden bei BMW aus dem eigenen Management rekrutiert.

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