Führungswechsel
Neuer Chef für Heidelberger Druck

Die Nachfrage nach Druckmaschinen nimmt seit Jahren ab und zieht die Hersteller in Mitleidenschaft. Unter der Branchenkrise leidet auch Marktführer Heidelberger Druck. Der Vorstandschef wird nach 13 Jahren abgelöst.
  • 1

HeidelbergDer weltgrößte Druckmaschinenbauer Heidelberger Druck bekommt einen neuen Chef. Der frühere Chef des Duft- und Aromenherstellers Symrise, Gerold Linzbach, werde zum 1. September Bernhard Schreier an der Firmenspitze ablösen, teilte das angeschlagene Unternehmen am Donnerstag mit. Schreier werde den Übergang bis zum Jahresende begleiten und dann das Unternehmen verlassen. Der 56-jährige Diplom-Chemiker Linzbach hatte Symrise 2006 an die Börse gebracht.

Schreier, dessen Vertrag eigentlich bis Mitte kommenden Jahres läuft, gibt den Vorsitz damit nach knapp 13 Jahren ab. Der Aufsichtsrat erklärte, nun sei der richtigen Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen, nachdem in den vergangenen Monaten strategische Weichenstellungen eingeleitet worden seien und die Branchenmesse drupa im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 zum höchsten Quartalsauftragseingang seit vier Jahren geführt habe. Schreiers Vorgänger in Heidelberg war der spätere Bahn - und jetzige Air-Berlin -Chef Hartmut Mehdorn.

Linzbach steht vor der Aufgabe, das Unternehmen nach vier Jahren mit Verlusten wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen. Heidelberger Druck leidet wie seine Konkurrenten darunter, dass die Zahl der Druckereien in den Industrieländern sinkt und die Kunden in den Schwellenländern Maschinen zu günstigeren Preisen verlangen. Zudem geben die Druckereien immer weniger Geld für neue Anlagen aus.

Heidelberger Druck hat deswegen bereits zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut. Im abgelaufenen Quartal stiegen die Verluste dennoch deutlich: Von April bis Juni stand beim Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen nach vorläufigen Zahlen ein Verlust von rund 58 (Vorjahr minus 25) Millionen Euro. Der Umsatz fiel im ersten Geschäftsquartal auf rund 520 (Vorjahr 544) Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Führungswechsel: Neuer Chef für Heidelberger Druck"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Schreier hat nur noch verwaltet. Jetzt wird sich zeigen, ob der
    Neue, der bei MC Kinsey u.a sein Rüstzeug bekommen hat, dies
    bei den Heidelbergern umsetzt. Bei noch 2500 Millionen Umsatz
    und bei dem Autragseingang im Quartal von 890Mill. Euro
    müsste einiges zu machen sein. Wer als Unternehmen eine
    Druckmaschinen bauen kann, der kann sich auf alles stürzen.
    Vorsicht Übernahme bei der Marktkapitalisierung von ca. 220
    Mill. E, ein Schnäppschen ohnes gleichen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%