Führungswechsel

Opel-Chef Stracke steigt aus

Der Tag sollte im Zeichen des neuen Hoffnungsträgers, dem Kleinwagen Opel Adam, stehen. Doch dann überrascht der Rüsselsheimer Konzern mit der Meldung, dass Unternehmenschef Stracke geht. Das Chaos bei Opel ist perfekt.
Update: 12.07.2012 - 22:51 Uhr 13 Kommentare

Opel-Chef tritt überraschend zurück

Frankfurt/Rüsselsheim/BerlinEigentlich sollte Karl-Friedrich Stracke heute auf der Branchenkonferenz Automobile des „Handelsblatts“ in München über die Zukunft von Opel sprechen. Doch der Opel-Chef kam nicht - und schickte Entwicklungschefin Rita Forst. Mittlerweile ist klar, warum: Der Opel-Chef ist überraschend von seiner Position als Opel-Vorstandsvorsitzender und Präsident von General Motors Europe zurückgetreten. Das teilte die Adam Opel AG am Donnerstag ohne Angabe von Gründen mit. Das Führungschaos bei Opel ist damit perfekt.

„Ich verlasse diese Position im Wissen, dass Opel/Vauxhall in eine gute Zukunft steuert - und freue mich, für GM andere Aufgaben zu übernehmen“, wurde Stracke in einer knappen Mitteilung des Unternehmens zitiert. GM-Vize Stephen Girsky, der auch dem Opel-Aufsichtsrat vorsitzt, wird die Geschäfte von GM in Europa kommissarisch leiten. Girsky ist der fünfte Manager innerhalb der vergangenen zehn Jahre, der Opel führt.

Gründe für den überraschenden Chefwechsel nannte das Unternehmen nicht. Stracke (56), der auch den Posten als Präsident von GM Europe abgab, werde Sonderaufgaben für den Autokonzern übernehmen. Worum es dabei genau geht, blieb offen. Stracke soll künftig direkt an GM-Chef Dan Akerson berichten. Stracke war erst im Januar 2012 zum Präsidenten des GM-Europageschäfts ernannt worden.

Der Verkauf des Autoherstellers ist laut einem Medienbericht seit Jahresbeginn massiv zurückgegangen. Wie die "Bild-Zeitung" unter Berufung auf Firmenkreise berichtet, sank der Absatz im ersten Halbjahr 2012 um rund acht Prozent. Ein Grund sei die Krise in Südeuropa, die zu deutlichen Verkaufseinbußen geführt habe. Das Management der Opel-Muttergesellschaft General Motors (GM) habe auch angesichts dieser Zahlen nicht mehr daran geglaubt, mit Karl-Friedrich Stracke an der Opel-Spitze die Wende zu schaffen, zitierte die Zeitung mit den Vorgängen vertraute Personen.

„Die Arbeitnehmervertreter erwarten nun, dass schnellstmöglich ein geeigneter Nachfolger gefunden wird, der die Adam Opel AG führt“, ließ Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug mitteilen. Opel-Strategiechef Thomas Sedran hat laut der „Allgemeinen Zeitung Mainz“ die besten Chancen, neuer Vorstandsvorsitzender zu werden. Der 47-Jährige werde vom GM-Management geschätzt, hieß es laut Zeitung in Unternehmenskreisen. Der Manager ist im Opel-Vorstand derzeit für den Bereich Strategie zuständig.

Ebenfalls unter Berufung auf Firmenkreise berichtet die "Bild-Zeitung" unterdessen von zwei Favoriten. Danach gelte neben Thomas Sedran auch der amtierende Opel-Produktionsvorstand Peter Thom als Kandidat für den Chefsessel. Über die Nachfolge könnte bereits zügig entscheiden werden.

Mit Girskys Benennung zum Präsidenten von GM Europe zeige der Autoriese laut Betriebsrat Schäfer-Klug, „dass das Europageschäft ein Eckpfeiler des Konzerns ist“. Es gelte nun, den Sanierungskurs bei Opel „im gegenseitigen Vertrauen fortzusetzen“, erklärte Schäfer-Klug.

Zukunftsplan soll Bestand haben
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13 Kommentare zu "Führungswechsel: Opel-Chef Stracke steigt aus"

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  • Opel hat schon lange wieder eine gute Qualität! GM ist an den schlechten Zahlen (auch) schuld. Solange GM die Daumen drauf hat und Opel ausserhalb Europas nicht exportieren darf, wird es auch nicht besser. Wir fahren seit Jahrzehnten Opel und waren immer zufrieden. Opel wird auch (von der Konkurrenz) niedergemacht. Völlig zu Unrecht! Dabei hatte Opel 09 mit dem Insigina und jetzt 2012 mit dem Ampera das "Auto des Jahres". Und wird trotzdem schlecht gemacht...und so viele plappern es nach...
    Es sieht so aus, als wolle GM gezielt Opel in den Ruin treiben. Weil an Magna verkaufen wollte man auch nicht - warum wohl? Weil sie die Opel-Technologie unter ihrem Namen an sich reißen wollen? Und Opel Europa an die Wand fahren will. Scheint von langer Hand geplant zu sein.

  • Die geringe Nachfrage nach Opel-Fahrzeugen ist nicht verwunderlich. Wer möchte schon ein Fahrzeug, womöglich noch einen Neuwagen, von einer Marke mit einem derartigen Negativ-Image kaufen. Selbst das Image der koreanischen Marken liegt mittlerweile über dem von Opel. Wie schnell es dann zu Ende gehen kann, hat das Beispiel Saab gezeigt. Ist das Vertrauen in die Zukunft eines Herstellers erstmal gründlich erschüttert, kauft da so schnell auch keiner mehr. Für Opel siehts düster aus.

  • Jeder Autokonzern will, jedes Jahr, seine Absatzzahlen steigern. Der Markt in Europa ist gesättigt!
    Nur die stärksten werden überleben. Opel gehört leider nicht dazu. In der Marktwirtschaft muss man, auch traurige, Wahrheiten akzeptieren!

  • Opel hatte in den letzte 20 Jahren nur drittklassige Vorstände, drittklassige Autos und drittklassige Kunden.

    Nun funktioniert das drittklassige Modell nicht mehr.

  • Kann man es den GM-Vorständen übel nehmen, dass sie nach über zehnjähriger Subvention von Arbeitsplätzen in Europa irgendwann die Geduld verlieren? GM ist primär den Aktionären verpflichtet. Und m.E. haben die Gewerkschaften erheblichen Anteil an der jahrelangen negativen Berichterstattung über Opel.

  • Opel und PSA
    ============
    So etwas nennt man "natürliche Selektion"

    Zitat:
    Besonders Massenhersteller wie Fiat, PSA, Renault, Fiat, Opel und Ford sind derzeit von der Absatzkrise in Europa betroffen. Seit dem Rekordjahr 2007 fiel der Autoabsatz in der EU um fast 25 Prozent oder 3,5 Millionen Stück. Das ist mehr als 2011 in Deutschland abgesetzt wurde (3,2 Millionen).
    Zitat Ende:

    Die Absatzkrise betrifft besonders den ClubMed.
    Und VW meldet ein "Rekordergebnis" nach dem anderen!

    Zitat:
    Volkswagen jedoch hält der Krise bisher einigermaßen stand. Der Wolfsburger Konzern hat ein starkes Dienstwagengeschäft und eine große Marktmacht in den wirtschaftlich stabilen Ländern in Nordeuropa. An den deutschen Premiumherstellern BMW, Audi, Mercedes und Porsche geht die Absatzkrise bisher völlig vorbei.
    Zitat Ende:

    Ob das an der Qualität liegt?
    Es soll einmal eine Zeit gegeben haben, da baute Opel (angeblich) noch "gute Autos". Das muß aber schon lange her sein! Heute bauen sie nur noch "Schrott auf Rädern".
    Und diesen braucht niemand und kauft auch niemand!
    Alea iactas est; R.I.P. Opel

  • GM sollte die Marke 'Opel' an Mercedes verkaufen, und sich darauf konzentrieren in Großbritannien als Surrogat einer einheimischen Automobilindustrie ("Vauxhall") zu fungieren.

    In Deutschland werden GM-Opels einfach nicht gebraucht.

  • ...ist die Marke erst ruiniert lebt sichs völlig ungeniert...

  • So ein Hick Hack, und das seit vielen Jahren. Die Autos können noch so gut sein, wenn regelmäßig solche Schlagzeilen kommen, dann wird das Image so zerstört, das der Marktanteil immer weiter sinkt.
    Über solch ein Management kann ich nur den Kopf schütteln und das seit Jahrzehnten. Ich dachte GM hätte es mittlerweile gelernt, so kann man sich täuschen.

  • Lasst mich mal ran. das kann ich besser.
    Opel kann schon noch geholfen werden. Aber mit einer ganz anderen Modellpolitik. Opel spielt schon lange nicht mehr in der Oberklasse mit. Die Zeiten von Kapitän und Diplomat sind vorbei und anscheinend auch vergessen. Ein riesen Fehler. Der Signum kann allenfalls mit dem Golf konkurrieren. Das müsste schon längst den doch sonst so oberklasseverliebten Amerikanern aufgefallen sein. Doch GM behält seine Cadillac Basis lieber für sich. (Und ich meine nicht die kleine, die Opel hier auf Basis vom Omega eine Zeit lang gebaut hat) Stattdessen wäre es so leicht eine große US Basis für den EU Markt zu modifizieren, den Opel Blitz vorne draufzukleben und eine Luxuslimousine auf den Markt zu bringen. Wer jetzt fragt, ob's das braucht, der hat recht. Aber wie will Opel sonst das Kleinwagenimage abschütteln? Opel hat doch den Ruf weg, dass nur Spießer noch diese Autos fahren. Vielleicht noch die eine oder andere junge Mutti, die Corsa fährt, aber auch nur, weil Ihr Mann, der Spießer ihr den gekauft hat.
    Der Phaeton von VW ist auch nicht sehr erfolgreich, hat aber sicher das Image von Passat und Co beflügelt. UNd VW hat halt auch noch Audi und Porsche im Stall. das hebt das Image ganz gewaltig. Und GM bietet Chevrolet als Billigmarke gegen Opel im eigenen Konzern an. Das ist Selbstmord.
    Wo kann man sich beweerben für den Job?

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