
DüsseldorfAdam hätte ein Lichtblick sein können. Der Kleinwagen in ansprechendem Design, von dem gestern erste Bilder präsentiert wurden, hätte ein Symbol für den Aufbruch werden können. Doch Adam stand gestern im Schatten einer Nachricht, die Opelaner deutschlandweit in Aufregung versetzte. Opel-Chef Stracke muss gehen, weil Mutterkonzern General Motors mal wieder die Geduld verloren hat. Mit Stracke geht der fünfte Opel-Chef in fünf Jahren. Er soll eine Sonderaufgabe bei GM übernehmen. In Russland, spekulieren einige Medien. Wie und mit wem es bei Opel weitergeht, ist noch offen.
Nur eins ist sicher: Mit Stracke verlieren die Opelaner einen ihrer wichtigsten Fürsprecher. Es war Stracke, der Ende Juni nach wochenlangen Verhandlungen einen Sanierungsplan präsentierte, der für Aufbruchsstimmung unter den Opelanern sorgen sollte: Höhere Investitionen, neue Modelle und Bestandsgarantien für die deutschen Werke - damit wollte Stracke für positive Schlagzeilen sorgen und so aus der Krise fahren. Keine 14 Tage später sind die Pläne reine Makulatur. Und das Chaos bei Opel nimmt erneut seinen Lauf.
Opel leidet unter sinkendem Absatz und teuren Überkapazitäten. Nun will der Autobauer in seinem Werk in Bochum keine kompletten Autos mehr bauen. Eine Übersicht über die Fertigungsstätten.
In Bochum liefen 2011 der Astra Classic und zwei Zafira-Modelle vom Band. Bis 2016 gibt es eine Bestandsgarantie. Danach soll die Autoproduktion eingestellt werden. Ein Logistikzentrum und eine Komponentenfertigung sollen dort verbleiben.
Am Stammsitz Rüsselsheim werden der Insignia sowie ein Astra-Modell (5-Türer) gefertigt. 13 800 Mitarbeiter sind am Standort beschäftigt, davon 3500 in der Produktion und 7000 im Bereich Entwicklung und Design.
In Eisenach bauen knapp 1600 Beschäftigte den Corsa.
In Kaiserslautern bauen knapp 2700 Beschäftigte Komponenten, Motoren und Achsen.
In Gleiwitz läuft seit 2011 nur noch der Astra (bis 2010 auch der Zafira) vom Band; in Polen sind rund 3500 Menschen beschäftigt.
Am Standort Saragossa fertigen rund 6100 Mitarbeiter den Corsa, den Meriva und den Combo.
Etwa 2100 Mitarbeiter bauen für die Opel-Schwester Vauxhall in Ellesmere Port Astra-Modelle. Dort konnte das Management zuletzt rigide Sparmaßnahmen durchsetzen.
In Luton wird der Transporter Opel Vivaro von 1100 Beschäftigten gefertigt.
Motoren und/oder Getriebe werden zudem in Szentgotthárd (Ungarn/660 Mitarbeiter) und Aspern (Österreich/1700) sowie in einem Joint Venture in Tychy (Polen) hergestellt. In Rüsselsheim und Turin hat der Hersteller Entwicklungszentren.
Bereits geschlossen wurde das Werk Antwerpen mit zuletzt mehreren tausend Mitarbeitern.
Strackes Entlassung ist keine gute Nachricht für die Opel-Belegschaft. Mit dem Abgang von Stracke dürfte den Opelanern ein harter Sanierungskurs ins Haus stehen. Offiziell schweigt sich das Unternehmen über die Gründe für den Wechsel an der Spitze aus. Vorerst übernimmt GM-Vize Stephen Girsky. Doch die Suche nach einem Nachfolger hat begonnen.
„Die Arbeitnehmervertreter erwarten nun, dass schnellstmöglich ein geeigneter Nachfolger gefunden wird, der die Adam Opel AG führt“, ließ Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug mitteilen. Beste Chancen hat Opel-Strategiechef Thomas Sedran. Der ehemalige Unternehmensberater war erst vor wenigen Monaten in den Vorstand gewechselt. Der Druck des amerikanischen Mutterkonzerns ist groß: 2011 soll Opel einen Verlust von rund einer Milliarde Euro eingefahren haben. Weil die Absatzzahlen im ersten Halbjahr 2012 erneut katastrophal ausfallen, bliebe auch dem neuen Chef wohl keine andere Wahl, als Kapazitäten abzubauen.
Der erfolglose Opel-Vorstandschef Robert Hendry muss das Handtuch werfen. Sein Nachfolger Carl-Peter Forster versucht, mit dem europaweit angelegten „Restrukturierungsprogramm Olympia“ die Tochter des US-Autobauers General Motors (GM) wieder profitabel zu machen.
GM legt im Oktober einen drastischen Sparplan für die europäische Tochter vor, der den Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen vorsieht - davon bis zu 10.000 in Deutschland. Die Arbeiter im Bochumer Werk legen aus Protest spontan die Arbeit nieder.
Der Betriebsrat und das Opel-Management unterschreiben einen „Zukunftsvertrag“, der die Existenz der Werke in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern bis 2010 sichern soll.
Nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten bittet Opel als erster deutscher Autohersteller den Staat um Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll das Unternehmen stützen.
Um nicht in den Strudel der GM-Insolvenz zu geraten, arbeitet Opel an einem Konzept zur Trennung von dem schwer angeschlagenen Mutterkonzern. Zwei Tage vor der GM-Pleite am 1. Juni einigen sich Bund, Länder, GM und das US-Finanzministerium nach langem Poker mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna auf ein Rettungskonzept. Im November beschließt GM, Opel doch zu behalten.
Der als harter Sanierer bekannte Nick Reilly wird Opel-Chef. Im Zuge seines Sanierungskurses macht Opel im Oktober das Werk im belgischen Antwerpen mit einst 2500 Beschäftigten dicht. Von den 48.000 Stellen in Europa werden insgesamt 8000 abgebaut.
Der bisherige GM-Chefentwickler Karl-Friedrich Stracke löst Reilly ab, der Chef des GM-Europageschäfts wird. Im zweiten Quartal verzeichnet Opel erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn. Im dritten Quartal rutscht der Autobauer aber zurück in die roten Zahlen.
Während GM in Nordamerika einen Rekordgewinn einfährt, verbucht der Konzern in Europa einen Verlust von mehreren hundert Millionen Euro. Das Europageschäft besteht überwiegend aus Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall.
Der mühsam errungene Betriebsfrieden ist in Gefahr, das aufgebaute Vertrauen zwischen Konzern und Belegschaft scheint dahin. Die Gewerkschaften bringen sich bereits für einen anstehenden Konflikt in Stellung. Es sei dringend notwendig, den Wachstumskurs umzusetzen und eine Kahlschlagpolitik zu vermeiden, warnt der Betriebsrat des Opel-Werkes Bochum. „Wir brauchen dringend eine Öffnung der außereuropäischen Märkte und eine neue Modelloffensive“, unterstreicht der Chef des Betriebsrats, Rainer Einenkel. Sonst drohe ein nicht reparabler Imageschaden für die Marke Opel.
Autoexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) mahnt darum zur Besonnenheit. "Der neue Chef muss gemeinsam mit den Gewerkschaften nach einer Lösung suchen". Durch Zusagen, die unter Stracke gemacht wurden, bleibt dem neuen Opel-Chef auch nichts anderes übrig. Vor allem müsse der neue Chef weitere Negativmeldungen vermeiden, sagt Bratzel. Besonders bei den jungen Autofahrern sei Opel seit Jahren die unbeliebteste Marke.
Um einen Kapazitätsabbau in Europa kommen die Rüsselsheimer wohl nicht umhin. "Opel muss seine Kostenstruktur dringend anpassen", sagt auch Experte Bratzel. Welchen Kurs auch immer der neue Chef einschlage: Für Opel, da ist Bratzel überzeugt, ist es die letzte Chance. "Dieser Schuss muss sitzen".

Der Opel Adam ist ein eleganter Kleinwagen, der Anfang 2013 in den Handel kommt. Oder ist der Kleinwagen doch nur ein hedonistisches Lifestyle-Spielzeug?
Preise nannte Opel noch nicht. Allerdings soll der Adam nach Informationen aus Unternehmenskreisen ein paar hundert Euro weniger als der vergleichbare Corsa kosten, womit der Startpreis bei rund 11.500 Euro liegen dürfte.

Von "kraftvollem, muskulösem Design" schreibt das Opel-Marketing und meint damit die ausgeprägten Sicken und Kanten an den Seitenflächen und der Motohaube des Adam.

Der Innenraum soll einen hochwertigen Eindruck hinterlassen. Der Hersteller bietet zahllose Individualisierungsmöglichkeiten.

Opel bringt im Januar 2013 den 3,7 Meter langen Adam in den Handel. Der Dreitürer begründet eine neue Modellreihe unterhalb des Opel Corsa. Ausschließlich als Dreitürer lieferbar, gibt es den Wagen zunächst mit drei Benzinern, die eine Leistungsspanne von 51 kW/70 PS bis 74 kW/100 PS abdecken.
Alle Motoren sind nach Herstellerangaben mit einer Fünfgang-Automatik gekoppelt und können auf Wunsch auch mit Start-Stopp-Funktion bestellt werden. Später soll eine neue Generation kleinerer Benzindirekteinspritzer mit Turboaufladung folgen. Dieselmotoren sind vorerst nicht geplant.

Die Armatureneinheit spielt mit Licht und Chromverzierung eigentlich in einer höheren Liga.

Kleiner Flitzer mit vielen Extras: Opel positioniert den Adam gegen Lifestyle-Modelle wie den Mini oder Fiat 500.

Wie beim Audi A1 und einigen anderen Kleinwagen bieten die Hersteller mittlerweile Zweifarblackierungen an, bei denen das Dach sich deutlich vom Rest des Wagens abhebt.

Sternenhimmel aus LED. Aufpreispflichtig.

Räder in den Formaten 16, 17 und 18 Zoll stehen anfangs serienmäßig zur Verfügung. Die letzteren beiden nur in Verbindung mit sportlichem Fahrwerk.

Taucht der Kühlergrill des Adam künftig in den Rückspiegeln auf, so kann man auch einen größeren Opel vermuten, denn die Front hat viel vom Astra.
Der Opel Adam ist ein eleganter Kleinwagen, der Anfang 2013 in den Handel kommt. Oder ist der Kleinwagen doch nur ein hedonistisches Lifestyle-Spielzeug?
Preise nannte Opel noch nicht. Allerdings soll der Adam nach Informationen aus Unternehmenskreisen ein paar hundert Euro weniger als der vergleichbare Corsa kosten, womit der Startpreis bei rund 11.500 Euro liegen dürfte.

GM hat mit seinen deutschen defizitären Produktionsstandorten klare Pläne , die hat der Opel Deutschland Chef umzusetzen .
Wenn er das nicht will muss er den platz für einen andern frei machen .
Opel wird Bochum schließen und darüber hinaus wird die Produktion der nachfrage angepasst .
Das heißt Entlassungen !

Fachkräfte !
Die aber haben Opel längst verlassen , das was jetzt noch da ist fällt durch das sieb .

Opel ist voellig unwichtig - ausser fuer Opel natuerlich. Warum verwenden die Medien so viel Zeit damit? Porsche boomt, VW boomt, BMW boomt... - niemand braucht Opel.
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