Fünf Fragen an Daniela Bergdolt: „Die Visionen sind noch nicht angekommen“

Fünf Fragen an Daniela Bergdolt
„Die Visionen sind noch nicht angekommen“

Daniela Bergdolt, Sprecherin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, über die bisherigen Maßnahmen des Siemens-Vorstandschefs Klaus Kleinfeld.

Frau Bergdolt, wie sieht die Bilanz nach einem Jahr Klaus Kleinfeld an der Spitze der Siemens AG aus Sicht der Aktionärsschützer aus?

Herr Kleinfeld hat für eine Menge Schlagzeilen gesorgt. Er hat deutlich gemacht, dass er durchgreift. Und er hat Entscheidungen getroffen, die unpopulär sind und Widerstand auslösen. Das war bei Siemens längst nicht immer so.

Kleinfeld hat SBS aufgespalten und die Logistiksparte aufgelöst. Die spektakulärste Entscheidung war aber der Verkauf der Handysparte...

Das war der richtige Schritt. Das Geschäft mit dem Endverbraucher ist nicht die Sache von Siemens. Das hat Kleinfeld richtig erkannt. Die Zukunft von Siemens liegt im globalen Großkundengeschäft, das meiste Wachstum wird aus Asien kommen.

Noch sind nicht alle Probleme gelöst. Was erwarten Sie in von Kleinfeld in den nächsten zwölf Monaten?

Kleinfelds Bewährungsprobe ist das Kommunikationsgeschäft. Das kann man nicht einfach verkaufen wie die Handysparte, das Geschäft muss saniert werden. Wir wollen, dass uns der Vorstand auf der Hauptversammlung seine Strategie erklärt.

Vielleicht hilft das dann dem Börsenkurs. Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung der Aktie?

Siemens hat sich im vergangenen Jahr schlechter entwickelt als der Deutsche Aktienindex Dax. Das ist bitter. Leider sind die Visionen von Herrn Kleinfeld noch nicht im Markt angekommen. Die Kommunikation mit den Finanzmärkten muss in diesem Jahr deutlich besser werden.

Einige Aktionärsvertreter wollen den Vorstand von Siemens heute auf der Hauptversammlung nicht entlasten. Wie sieht Ihre Entscheidung aus?

Wir werden ihn entlasten. 2006 ist unserer Meinung nach ein Zwischenjahr, und Siemens ist auf dem richtigen Wege. Für 2007 hat sich Kleinfeld ehrgeizige Renditeziele gesetzt, und er hat sein Schicksal daran geknüpft, dass Siemens sie erreicht. Daran werden wir ihn dann messen.

Die Fragen stellte Markus Fasse.

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