Fünf Fragen an: Josef Winter: „Nachhaltig Marktanteile gewinnen“

Fünf Fragen an: Josef Winter
„Nachhaltig Marktanteile gewinnen“

Josef Winter ist Siemens-Vorstand der Region Deutschland. Im Interview spircht er über die Wachstumsziele für das laufende Geschäftsjahr.

Handelsblatt: Herr Winter, die deutsche Volkswirtschaft kommt nicht vom Fleck, doch Siemens ist hier zu Lande im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Auftragsplus von acht Prozent stark gewachsen. Hat Sie das überrascht?

Josef Winter: Es zeigt, dass wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben, und ich freue mich deshalb natürlich. In einem Gewaltakt haben wir im Herbst 2004 in nur drei Monaten die zuvor eigenständig arbeitenden Service- und Vertriebsmitarbeiter aller Bereiche in einer Regionalorganisation Deutschland zusammengefasst. Jetzt ernten wir die Früchte des Umbaus.

Sie haben damit in Deutschland umgesetzt, was andere Länderorganisationen, wie die in den USA, vorgemacht haben.

Ja, wir haben unser weltweites Programm ’Siemens One’ auch in Deutschland konsequent umgesetzt. Sehen Sie, früher sind die Mitarbeiter jedes einzelnen Bereichs getrennt auf die Kunden zugegangen. Da war manchmal jeden Tag ein anderer Siemens-Mann vor Ort, heute einer der Medizintechnik, morgen die Kommunikation und dann noch die Automatisierung. Alleine in Deutschland handelt es sich dabei ja um 20 000 Leute. Jetzt, da alle unter einem Dach arbeiten, können wir aufeinander abgestimmte Angebote machen, das zahlt sich aus.

Inwiefern? Wer profitiert von dem Umbau?

Schauen sie sich nur das Plus im Auftragseingang an. Mit acht Prozent liegen wir deutlich über dem Wachstum der gesamten Wirtschaft. Wir haben das erreicht, weil wir Synergien zwischen den Bereichen nutzen können. Das schafft für die Kunden einen Mehrwert. Das zeigte sich schon früher weltweit, und jetzt auch in Deutschland. Und noch etwas ist wichtig: Die neue Organisation hat einen regelrechten Motivationsschub unter den Mitarbeitern ausgelöst, auch das sorgt für Wachstum.

Die Wettbewerber schlafen allerdings nicht. Am kommenden Montag eröffnet ihr amerikanischer Rivale General Electric vor ihrer Haustüre in München ein neues Kundenzentrum für die Medizintechnik. Wie halten Sie dagegen?

Unser erklärtes Ziel ist, nachhaltig Marktanteile in Deutschland zu gewinnen. Es reicht nicht, in einem Jahr mal große Aufträge an Land zu ziehen. Wir wollen auf Dauer zulegen. Darum sind wir mit der neuen Regionaldirektion auch überall im Land präsent.

Mit einem Jahresumsatz von knapp 16 Mrd. Euro ist Deutschland für Siemens noch immer einer der wichtigsten Märkte weltweit. Hier erwirtschaftet Siemens schließlich ein Fünftel des Umsatzes. Deshalb ganz konkret, welche Wachstumsziele haben Sie für das laufende Geschäftsjahr?

Detaillierte Zahlen kann ich ihnen nicht nennen. Aber es ist klar, dass wir besser als die Konkurrenz abschneiden wollen.

Das Gespräch führte Joachim Hofer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%