Fünf Jahre nach der Pleite
Enron-Kronzeuge erhält milde Strafe

Im Prozess um die spektakuläre Pleite des US-Energiehändlers Enron ist der frühere Finanzchef Andrew Fastow wegen Betrugs zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Fastow hatte mit den Staatsanwälten ursprünglich eine Haftstrafe von zehn Jahren ausgehandelt und im Gegenzug ein umfassendes Geständnis abgelegt.

HB HOUSTON. Als Grund für die relativ milde Strafe nannte Richter Ken Hoyt am Dienstag Fastows Zusammenarbeit mit den Ermittlern, seine sichtliche Reue sowie seine Hilfsbereitschaft gegenüber Geschädigten. Im Hauptprozess gegen die ehemaligen Enron-Chefs Jeffrey Skilling und Kenneth Lay trat Fastow im Frühjahr als Kronzeuge der Anklage auf und belastete seine früheren Vorgesetzten schwer. Beide wurden daraufhin wegen Betrugs und Verschwörung schuldig gesprochen. Während Lay mittlerweile verstorben ist, drohen Skilling maximal bis zu 185 Jahre Gefängnis. Das genaue Strafmaß wird später festgelegt.

Enron war im Dezember 2001 unter einem milliardenschweren Schuldenberg zusammengebrochen. Mehr als 4 000 Beschäftigte verloren ihre Arbeitsplätze; Milliarden von Dollar in den Pensionskassen der Mitarbeiter gingen verloren. Anleger mussten mit ansehen, wie ihre Enron-Aktien von einstmals fast 90 Dollar bis auf wenige Cent abstürzten. Die Enron-Pleite und weitere Bilanzskandale führten schließlich zu dem Sarbanes-Oxley-Gesetz, das strengere Bilanzierungsregeln und härtere Kontrollen für börsennotierte US-Unternehmen brachte.

Wegen der massiven Auswirkungen auf Angestellte und Anleger war der Fall Enron auch über die Grenzen der USA hinaus zum Inbegriff von Wirtschaftskriminalität und unternehmerischer Arroganz geworden. Er erregte aber auch deshalb großes Aufsehen, weil Lay als Förderer der Republikanischen Partei ein enger Freund von US-Präsident George W. Bush und dessen Familie in Texas war. Bush pflegte Lay mit dem Spitznamen „Kenny-Boy“ zu

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