Für 167 Millionen Euro
Thyssen verkauft Novoferm an Japaner

Im Zuge der Trennung von Unternehmensbeteiligungen hat Thyssen-Krupp seine Industrietüren-Tochter Novoferm an die japanische Gesellschaft Sanwa verkauft.

HB DÜSSELDORF. Novoferm werde für 167 Mill. € an den japanischen Türenhersteller Sanwa Shutter verkauft, teilte Thyssen-Krupp am Dienstag in Essen mit. Einschließlich Minderheitsanteilen und Pensionsrückstellungen belaufe sich der Wert der Transaktion auf 187 Mill. €.

Die Novoferm-Gruppe verfügt den Angaben zufolge über 15 Produktionsstandorte in Europa und einen in Korea. Zuletzt wurden mit Stahltüren, Garagen- sowie Industrietoren etwa 330 Mill. € umgesetzt. Das Unternehmen beschäftigt rund 2200 Mitarbeiter. Sanwa Shutter erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund zwei Mrd. Dollar.

Die Trennung von Novoferm war seit Mai beschlossene Sache. Damals setzte das Management die Firma auf seine Verkaufsliste. Im Zuge der stärkeren Konzentration auf Industriegüter sollten in den nächsten Jahren 33 Unternehmen mit einem Umsatz von rund sieben Mrd. € abgegeben werden.

Anfang September hatte Thyssen-Krupp seine Gerüstbautochter Hünnebeck zu einem nicht genannten Preis an die US-Fondsgesellschaft Sun Capital Partners verkauft. Verkauft wurden außerdem die Töchter Thyssen Polymer und Henschel Industrietechnik. Für eine Reihe anderer Firmen liefen derzeit Gespräche, sagte ein Konzernsprecher.

Einer der größeren Brocken dürfte nach Angaben aus Unternehmenskreisen die IT-Tochter Triaton sein. Triaton setzte mit rund 2200 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2001/02 rund 350 Mill. € um. Nach Reuters-Informationen hat bei Triaton die Phase der Vorprüfung seitens interessierter potenzieller Käufer begonnen.

Thyssen-Krupp-Konzernchef Ekkehard Schulz hatte bei der Vorstellung der Streichliste im Mai erklärt, der Konzern werde immer nur zukaufen, wenn im Gegenzug Verkäufe realisiert werden könnten. Im Sommer hatte Thyssen-Krupp den französischen Autozulieferer Sofedit übernommen und am Montag den schrittweisen Kauf der Lenkungssparte von DaimlerChrysler angekündigt. Die lukrative Aufzugssparte des Konzerns wurde durch die Mehrheitsübernahme des koreanischen Aufzugherstellers DongYang gestärkt.

Das Desinvestitionsprogramm steht bei Thyssen-Krupp auch mit der geplanten Verringerung des Schuldenbergs in Zusammenhang. Nach der Rückstufung des Bonitäts-Ratings durch die Agentur Standard & Poor's im Februar rückte das Management den Schuldenabbau in den Fokus. Im Neun-Monats-Ausweis bezifferte Thyssen-Krupp seine Finanzverbindlichkeiten zum 30. Juni auf 4,9 Mrd. €. Mittelfristig will Konzernchef Schulz die Schulden weiter zurückführen.

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