Für 69 Milliarden Dollar

Apothekenkette CVS kauft Krankenversicherer Aetna

Die US-Drogeriekette CVS kauft für rund 69 Milliarden Dollar den Versicherungskonzern Aetna. Auch wenn eine solche Übernahme in Deutschland nicht möglich war – der Mega-Deal zeigt den Wandel in der Gesundheitswelt.
Update: 04.12.2017 - 10:27 Uhr Kommentieren
CVS und Aetna: Apothekenkette kauft Krankenversicherer Quelle: Reuters
Drogerie- und Apothekenkette USA

Der CVS-Konzern kauft den Krankenversicherer Aetna für 69 Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer US-Pharmaziehändler CVS hat den Kauf des Versicherungskonzerns Aetna verkündet. Die Apothekenkette wolle rund 69 Milliarden US-Dollar (58,17 Milliarden Euro) für die Übernahme bezahlen, bestätigte sie am Sonntag (Ortszeit) in einer Mitteilung. Mit dem Deal kann CVS weitere Leistungen im Gesundheitssektor anbieten und zugleich einen wichtigen Kunden behalten. Der Abschluss muss noch von den US-Kartellbehörden genehmigt werden.

Falls die Übernahme erfolgt, dürfte die Drogeriekette deutlich stärker als bisher in die Gesundheitsvorsorge einsteigen und mehr Kunden für sich gewinnen. Die einzelnen Filialen bieten bereits jetzt einige medizinische Dienstleistungen als Ergänzung zum Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten und anderen Medizinprodukten an. Ziel von CVS sind sogenannte One-Stop-Shops, bei denen Kunden und Patienten Beratung und Medikamente auf einmal bekommen. Unter anderem sind dort derzeit schon Grippe-Impfungen oder die Behandlung von Nebenhöhlenentzündungen möglich.

US-Krankenversicherer streben schon lange nach mehr Einfluss: Aus ihrer Sicht lassen sich die Kosten in der Gesundheitsvorsorge am besten kontrollieren, wenn Patienten an den richtigen Stellen vor Ort versorgt werden - und teure Krankenhausaufenthalte vermieden werden. Die Idee ist eine Zusammenarbeit mit gesunden Kunden, also noch bevor sie krank werden.

Das sind die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 10: Gilead Sciences
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Der US-Biotechkonzern beschäftigt etwa 8.000 Mitarbeiter und hat seinen Sitz in Kalifornien. Bekannt wurde es vor allem durch seine „1000-Dollar-Pille“ Sovaldi, ein wirksames, aber sehr teures Mittel gegen Hepatitis C. Umsatz 2017: 28,5 Milliarden Dollar.

(Quelle: Unternehmensangaben; Financial Times; Thomson Reuters)

Platz 8: Glaxo-Smithkline
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Die Briten sind stark im Impfgeschäft und haben Mittel gegen Depressionen und Atemwegserkrankungen im Portfolio. Der Konzern – dessen Sitz in London ist – kam 2017 auf einen Umsatz von etwa 40 Milliarden Dollar.

Platz 8: Merck & Co.
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Ebenfalls auf dem achten Platz finden sich die Amerikaner ein, die stark im Impfgeschäft und in der Frauengesundheit sind. Zusätzlich vermarkten sie auch Medikamente für Tiere. Pharmaumsatz 2017: 40 Milliarden Dollar.

Platz 7: Sinopharm
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Auch das chinesische Unternehmen Sinopharm (Beispielbild) hat es in die Top10 geschafft. Im Jahr 2017 konnte es insgesamt etwa 41,3 Milliarden Dollar umsetzen.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 5: Sanofi
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Die Franzosen haben eine starke Basis in Deutschland und kommen auf einen Pharmaumsatz von 43,3 Milliarden Dollar. Die wichtigsten Medikamente sind das Diabetesmittel Lantus und das Herz-Kreislaufmittel Plavix. Bekannter dürfte das Schlafmittel Stilnox sein.

Platz 4: Novartis
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Die Schweizer sind seit dem Jahr 2014 von dem ersten Platz auf den vierten Platz abgerutscht. Rund 49,2 Milliarden Dollar konnten sie im Jahr 2017 umsetzen. Novartis ist stark bei Krebsmitteln. Bekannte Marken sind das Schmerzmittel Voltaren und das Leukämiemittel Glivec.

Konkret könnte Aetna das Netzwerk der CVS-Filialen und Medizinzentren nutzen, um Diabetikern bei der Überprüfung von Blutzucker- und Cholesterol-Werten zu helfen. CVS wiederum könnte die Behandlungsmöglichkeiten für Kunden in Drogeriefilialen ausbauen und Patienten so davon abbringen, bei nicht-lebensbedrohlichen Krankheitsfällen ins Krankenhaus zu gehen.

Eine Übernahme von Aetna würde der Apothekenkette CVS dabei helfen, ihre eigene Position zu stärken, falls Amazon ins Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten einsteigen sollte. Seit Wochen wird im Gesundheitssektor über einen entsprechenden Schritt des Online-Versandhändlers spekuliert. Einem jüngsten Bericht zufolge soll Amazon in mindestens zwölf US-Staaten eine Apothekenlizenz erteilt worden sein.

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