Für BMW zahlen sich hohe Löhne und gute Arbeitsbedingungen in Südafrika aus
Motivierte Mitarbeiter in der Ferne

Der Autobauer BMW fällt auf: Er bietet überdurchschnittlich gute Arbeitsbedingungen und Löhne an Standorten außerhalb der OECD. Was auf den ersten Blick teuer zu sein scheint, zahlt sich aus. Der Hersteller findet leichter hoch qualifizierte, motivierte Kräfte. Das steigert die Produktivität und die Qualität der Produkte. Die Fabrik im südafrikanischen Rosslyn, wo Fahrzeuge der 3er-Reihe hergestellt werden, hat es vorgemacht. Sie erhielt bei der Qualitätsstudie der amerikanischen Ratingagentur JD Powers vor zwei Jahren die Auszeichnung als beste „europäische“ Fabrik und weltweit zweitbeste Autofabrik hinsichtlich Qualität und Produktivität.

MÜNCHEN. Doch bis es dazu kam, waren viele Hürden zu überwinden. Südafrika war in den 60er Jahren ein heißes Pflaster. Die Streikbereitschaft war enorm, die Gewerkschaften noch kommunistisch beeinflusst. „Größtes Problem waren früher die vielen Produktionsunterbrechungen“, berichtet Guido Prick, Umweltmanager in der Zentrale Produktion und zuvor einige Jahre Leiter Umweltschutz in Rosslyn. Arbeitern, die auf Lehmböden in Wellblechhütten schliefen, habe man kaum zumuten, können, Luxusfahrzeuge herzustellen.

Das alles machte sich im konzerninternen Wettbewerb um die besten Produkte und kontinuierlichsten Pro-zesse nicht gut. „Jeder, der ein Problem hat, steht im Rampenlicht. Ein Werk in Südafrika hat es aber schwerer als ein deutsches, sich zu beweisen.“ Obwohl es viel kleiner ist. Rosslyn stellt mit 4 000 Leuten täglich 180 Fahrzeuge her, in München lassen 20 000 Beschäftige Tausend Fahrzeuge vom Band rollen.

In unserer Gesellschaft geht man aber noch stets oft davon aus, dass „Made in Germany“ Perfektion bedeutet und Werke in Entwicklungs- und Schwellenländern wegen gesellschaftlicher, politischer, infrastruktureller und wirtschaftlicher Umständen schlechter arbeiten. „Das ist heutzutage unfair“, meint Prick.

In der damaligen Rechtfertigungssituation sah das Werk Rosslyn die starken Gewerkschaften als Chance für eine fruchtbare Partnerschaft, bei der jeder etwas einbringt. Der Konzernvorstand entschied auf Vorschlag der Werksleitung, die besten Löhne zu zahlen und mit den Sozialleistungen wie der Krankenversicherung weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus zu gehen. Dieses Konzept hatte sich schon in Deutschland als erfolgreich erwiesen.

Seite 1:

Motivierte Mitarbeiter in der Ferne

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%