Für Sanierungsverhandlungen
IG Metall stellt VW Bedingungen

Die Gewerkschaft IG Metall und Volkswagen werden zunächst nicht in vorgezogene Tarifverhandlungen einsteigen. Die Arbeitnehmervertreter machen diesen Schritt von festen Zusagen des Autobauers für Investitionen und Arbeitsplätze abhängig.

HB HAMBURG. Die Gewerkschaft erklärte am Donnerstag im Anschluss an eine Sitzung ihrer Tarifkommission zwar ihre Bereitschaft zu Gesprächen über die Sanierung der Kernmarke VW. Diese sollten ab Anfang September geführt werden. IG-Metall-Bezirkschef Hartmut Meine betonte aber: „Volkswagen muss wissen, dass Tarifgespräche nur möglich sind, wenn das Unternehmen verbindliche Zusagen zu Produkten, Investitionen und Arbeitsplätzen macht.“

VW erklärte, rasch zu Gesprächen mit der Gewerkschaft über Arbeitszeiten, Arbeitskosten und die Auslastung der Werke kommen zu wollen. Personalvorstand Horst Neumann unterstrich erneut den Zeitdruck, unter dem VW dabei stehe. Es stünden Investitionsentscheidungen für den neuen Golf in Wolfsburg an, die nicht verschoben werden könnten. Andernfalls würde das Unternehmen viel Geld verlieren und im Wettbewerb zurückfallen.

Die IG Metall bediente sich eines Kunstgriffs. Sie vermied es, formal ihre Bereitschaft zu Tarifverhandlungen zu erklären, gab dem Autobauer aber das Signal, dass sie zu Gesprächen für die Sanierung bereit sei. „Wir nehmen die Probleme der Marke Volkswagen ernst. Deshalb sind wir auch weiterhin bereit, Lösungsmöglichkeiten auszuloten“, betonte Meine. Er verwies darauf, dass nach dem geltenden Tarifvertrag betriebsbedingte Kündigungen bei VW bis Ende 2011 ausgeschlossen sind.

Die Bereitschaft zu Verhandlungen wurde in den Sondierungsgesprächen mit der Geschäftsleitung am Mittwoch in Wolfsburg erreicht. Meine äußerte sich zufrieden, dass der Autobauer im Verlauf der Erörterungen den Weg zur Umsetzung einer Betriebsvereinbarung über innovative Arbeitsorganisation freigemacht habe. Dies hatte die Gewerkschaft gefordert. Auch eine konzernweite Vereinbarung zur Zukunft der Komponentenwerke stehe kurz dem Abschluss, teilte die IG Metall mit.

Der Konzern stellt im Zuge der Sanierung der unrentablen sechs westdeutschen Komponenten- und Montagewerke bis zu 20 000 Arbeitsplätze in Frage. Die Produktivität der Werke soll gesteigert und die Arbeitszeit verlängert werden. Die Gewerkschaft befürchtet, dass bei einer Rückkehr zur 35-Stunden-Woche bei gleichem Lohn weit mehr Arbeitsplätze überflüssig werden als die schon angekündigten Stellen, die der Konzern durch Abfindungen und Altersteilzeitregelungen abbauen will. Bei VW gilt zurzeit die Vier-Tage-Woche mit 28,8 Stunden.

Am nächsten Mittwoch tagt der Aufsichtsrat. Nach Angaben einer mit der Situation bei VW vertrauten Person sollen die Komponentenwerke dabei ein wichtiges Thema sein.

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