Fujitsu Siemens Computers
PC-Sparte auf Wanderschaft

Siemens will aus dem Geschäft mit Computer-Servern und PC aussteigen und steht offenbar kurz vor dem Ziel. Der japanische Partner Fujitsu wird wohl auch die restlichen 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens Computers übernehmen, heißt es aus Verhandlungskreisen. Die PC-Sparte wollen die Japaner dann offenbar weiterreichen.

HB TOKIO/FRANKFURT. Der Münchener Technologiekonzern stehe vor einer Einigung mit dem japanischen Partner, sagten vier mit dem Vorgang vertraute Personen am Wochenende. Alle kritischen Punkte seien ausgeräumt. Fujitsu werde rund 350 bis 400 Millionen Euro zahlen, hieß es in den Kreisen. Die Vertragspartner hofften, die Vereinbarung in der kommenden Woche bekanntgeben zu können.

"Die Gespräche schreiten voran, aber es gibt noch keine Einigung", sagte ein Fujitsu-Sprecher. Noch werde über Details verhandelt. Siemens, das bisher auch Verhandlungen nicht bestätigt hat, äußerte sich nicht. Vorstandschef Peter Löscher hatte jedoch erklärt, mit den Renditen von FSC nicht zufrieden zu sein. Der Münchener Konzern will sich in Zukunft auf die drei Felder Industrie, Energie und Medizintechnik konzentrieren.

Fujitsu Siemens ist Europas größter Computerhersteller. Der Joint-Venture-Vertrag läuft im September 2009 aus und musste ein Jahr vorher gekündigt werden, um nicht automatisch verlängert zu werden. Der Preis galt lange als Knackpunkt in den Gesprächen. Der Firmenwert war auf eine Milliarde Euro geschätzt worden.

Fujitsu erwägt offenbar, die PC-Sparte von FSC anschließend an den chinesischen Rivalen Lenovo weiterzureichen, der bereits das PC-Geschäft von IBM übernommen hatte. Die Japaner setzen mehr auf IT-Dienstleistungen und Mobiltelefone. In den Kreisen hieß es, die Gespräche mit Lenovo dauerten an. Derzeit gehe es um Personaleinsparungen und Gespräche mit den Gewerkschaften bei FSC. Das Unternehmen beschäftigt 10 500 Mitarbeiter, davon 6 200 in Deutschland. Vor zwei Jahren war vereinbart worden, die Zahl der Mitarbeiter im Inland bis März 2010 stabil zu halten, in der Produktion in Augsburg und im thüringischen Sömmerda sogar bis 2012.

Einem Vorabbericht des Magazins "Focus" zufolge will Fujitsu an dem Werk in Augsburg mit 2 000 Beschäftigten festhalten. FSC-Chef Bernd Bischoff werde bei dem Eigentümerwechsel seinen Posten räumen und von Finanzvorstand Kai Flore ersetzt, hieß es in dem Bericht.

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