Fukushima-Betreiber Tepco: Teure Rechnung für Atomkatastrophe

Fukushima-Betreiber Tepco
Teure Rechnung für Atomkatastrophe

Der Betreiber der havarierten Atomkraftwerke von Fukushima, Tepco, stürzt noch tiefer in die Misere. Saftige Strompreiserhöhungen sind wahrscheinlich der einzige Ausweg.

TokioDer Großraum Tokio ist mit 36 Millionen Bewohnern das wirtschaftliche Herz Japans. Doch nun könnte sein Herzschlag durch erneute Strompreiserhöhungen gebremst werden. Denn selbst mit Regierungshilfe rutscht der Betreiber der havarierten Atomkraftwerke Tokyo Electric Power (Tepco) 2012 deutlich tiefer in die Verlustzone als versprochen.

Tepco verdreifachte am Montag seine Verlustprognose für das bis Ende März laufende Bilanzjahr fast auf 120 Milliarden Yen (rund eine Milliarde Euro). Denn steigende Kosten für fossile Brennstoffe machten eine mehr als zehnprozentige Strompreiserhöhung mehr als wett, erklärte Tepco am Montag in seiner Bilanz für das dritte Quartal.
Nicht einmal der Ausverkauf von Immobilien und Beteiligungen an Firmen konnten Tepco im dritten Quartal retten. Denn dem Erlös von rund acht Milliarden Euro standen Entschädigungen für die Opfer des Atomunfalls von sechs Milliarden Euro entgegen.

Tepco steht damit massiv unter Druck, neue Geldquellen aufzutreiben. Denn die Regierung hatte dem Konzern 2012 unter einer Bedingung mit einer Kapitalspritze vor der Pleite gerettet: 2013 müsse der Stromversorger wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Doch es wird immer unwahrscheinlicher, dass dies allein mit Lohnkürzungen und dem Verkauf des Tafelsilbers gelingt.
Der Grund: Tepco wird nicht wie im Sanierungsplan erhofft bereits im April seine heilen Meiler in Kashiwazaki-Kariwa, dem größten AKW-Komplex der Welt, wieder in Betrieb nehmen können. Denn die neue Atomaufsicht wird erst im Juli die neuen Sicherheitsbestimmungen für AKWs vorstellen. Damit muss Tepco weiterhin eine Atomstromlücke von fast 30 Prozent mit Strom aus konventionellen Kraftwerken füllen.

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Kein Weg führt an Strompreiserhöhung vorbei

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