F&E-Ausgaben VW steckt weiter Milliarden in die Forschung

US-Konzerne wie Apple, Google und Microsoft geben in vielen Bereichen den Ton an. Doch niemand lässt sich seine Forschung und Entwicklung so viel kosten wie Autobauer Volkswagen. Zumindest in absoluten Zahlen.
Die Wolfsburger stecken weiter Milliarden in die Forschung. Quelle: AP
Volkswagen

Die Wolfsburger stecken weiter Milliarden in die Forschung.

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Wolfsburg/MünchenTrotz der Abgas-Krise hält Volkswagen bei seinen milliardenschweren Forschungsausgaben ein hohes Niveau. Der VW-Konzern stellte, gemessen in absoluten Zahlen, wieder so viel Geld für seine Innovationskraft bereit wie kein anderes Unternehmen der Welt. Das besagt eine Studie von Strategy&, der Strategieberatung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungskonzerns PwC, die Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach will VW im Untersuchungszeitraum (Fiskaljahr ab Juli 2016) rund 13,2 Milliarden US-Dollar (12,2 Milliarden Euro) in Forschung und Entwicklung (F&E) stecken. Im Vergleich zum Zeitraum davor wuchs der Volkswagen-Etat um 400 Millionen Dollar.

Allerdings: VW erlöst mit mehr als 200 Milliarden Euro pro Jahr auch sehr viel Geld. Im Verhältnis zum Umsatz ist die F&E-Quote mit 5,6 Prozent allenfalls ein Branchen-Spitzenwert. Pharmakonzerne wie Roche (19,9 Prozent F&E-Quote) und Pfizer (15,7 Prozent) geben, gemessen an ihrem Umsatz, viel mehr Geld für Forschung aus. Auch der Google-Konzern Alphabet (16,4 Prozent) oder der US-Chip-Riese Intel (21,9 Prozent) rangieren in absoluten Zahlen zwar hinter VW, haben aber eine deutlich höhere Quote. Zudem geben die F&E-Ausgaben nur bedingt Auskunft über den tatsächlichen Erfolg dieser Investitionen.

Deutschland verteidigte laut der Studie seinen Spitzenplatz in Europa vor Frankreich und Großbritannien. In Relation zu den Umsätzen lägen die deutschen Firmen sogar leicht über dem Durchschnitt. Trotz der VW-Dominanz an der Spitze seien in Summe die Vereinigten Staaten das Maß der Dinge: 13 der weltweit 20 forschungsintensivsten Unternehmen haben demnach ihren Sitz in den USA. Aus Asien schafft es mit Samsung auf Rang zwei überhaupt nur ein Unternehmen in diese Spitzengruppe.

Auf der Gesamtliste der 1000 forschungsintensivsten Firmen stellen die USA mit 381 Unternehmen gut ein Drittel. Parallel fiel die Zahl der europäischen Konzerne um 9 Prozent von 244 auf 223. Und: Dieser Trend könnte anhalten. „Von 2015 noch 46 deutschen Unternehmen schaffen es 2016 nur noch 42 unter die weltweiten Top 1000“, sagte der Chef von Strategy& im deutschsprachigen Raum, Peter Gassmann. „Zwar sind die F&E-Budgets in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen, doch speziell bei der Digitalisierung darf die nationale Wirtschaft in Entwicklungsfragen nicht nachlassen, um auch langfristig mit den USA Schritt halten zu können.“

Das sind die zehn umsatzstärksten Konzerne Deutschlands
Platz 10: Audi
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Die Ingolstädter sind die Cashcow des Wolfsburger Autobauers Volkswagen, zu dem Audi seit 1969 gehört. Dem Konzern ist es gelungen, den Umsatz im vergangenen Jahr (im Vergleich zu 2014) um 8,6 Prozent zu steigern. Im gesamteuropäischen Ranking hat sich Audi deswegen um einen Platz auf den 26. Rang verbessert.

Umsatz (2015): 58,4 Milliarden Euro
Umsatzentwicklung (im Vergleich zu 2014): + 8,6 Prozent

Platz 9: Metro
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Metro spielt nicht mehr in der ersten Börsenliga mit. Doch obwohl der Großhandelskonzern mittlerweile im MDax notiert ist, ist er hinsichtlich des Umsatzes in Deutschland immer noch erstklassig. Auf europäischer Ebene kommt Metro immerhin auf den 24. Platz und konnte sich damit um einen Platz verbessern – und das obwohl der Umsatz um mehr als ein Prozent gesunken ist. Damit hat sich Metro allerdings besser entwickelt als der Schnitt. In Europa ist der Gesamtumsatz der Top-300-Konzerne um 4,2 Prozent von 7,3 auf knapp sieben Billionen Euro gesunken.

Umsatz: 59,2 Milliarden Euro
Entwicklung: - 1,2 Prozent

Platz 8: Deutsche Post
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Die Deutsche Post hat ein durchwachsenes Jahr hinter sich. 2015 sank der operative Gewinn um 19 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Der Umsatz hingegen legte über fünf Prozent zu.

Umsatz: 61,6 Milliarden Euro
Entwicklung: + 5,1 Prozent

Platz 7: Deutsche Telekom
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Die Deutsche Telekom konnte ihren Umsatz um über zehn Prozent steigern. Während hierzulande das Geschäft schleppend verläuft, sorgt vor allem die florierende US-Mobilfunksparte für diesen Umsatzsprung. Der Erfolg kommt überraschend. T-Mobile USA war einst ein Verkaufskandidat der Deutschen Telekom. Das US-Kartellamt verhinderte damals diesen Verkauf – mittlerweile zur Freude des deutschen Telekomkonzerns.

Umsatz: 69,2 Milliarden Euro
Entwicklung: + 10,5 Prozent

Platz 6: BASF
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Die Chemiebranche steht derzeit unter großem Druck. Der Preisverfall an den Rohölmärkten und Rezessionen in vielen Schwellenländern belasten die Geschäfte und sorgen für eine Konsolidierungswelle. Große Konzerne wie BASF gehen auf Einkaufstour. Auch Konkurrent Bayer sucht nach Kaufgelegenheiten. Als heißer Übernahmekandidat gilt Monsanto, der sowohl bei Bayer als auch bei BASF auf der Liste steht.

Umsatz: 70,4 Milliarden Euro
Entwicklung: - 5,2 Prozent

Platz 5: Siemens
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Das starke Industriegeschäft lässt die Kassen bei Siemens klingeln. Sowohl Umsatz als auch Gewinn konnte der Konzern steigern. Besonders gut liefen die Sparten Power, Gas und Windenergie. Profitieren konnte Siemens auch von der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran.

Umsatz: 75,6 Milliarden Euro
Entwicklung: + 6,2 Prozent

Platz 4: BMW
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Die Autobranche gehört nach wie vor zu den größten Branchen in Europa. BMW kommt im gesamteuropäischen Ranking auf den neunten Platz. Der Umsatz ist im vergangenen Jahr um fast 15 Prozent gestiegen – auch dank führender Technologien. So ist BMW einer der wenigen Autohersteller, dessen Dieselmotoren nicht im Verdacht stehen, Abgasemissionen manipuliert zu haben.

Umsatz: 92,2 Milliarden Euro
Entwicklung: + 14,6 Prozent

Im nationalen Vergleich gibt es in der deutschen Top-10 fast keine Bewegung. Auf Volkswagen und Daimler (6,6 Milliarden Dollar) folgt auf Rang drei Siemens (5,2 Milliarden Dollar). Bayer (4,8 Milliarden Dollar) und BMW (4,7 Milliarden Dollar) belegen die Plätze vier und fünf.

Mit einem Gesamtwert von mehr als 680 Milliarden Dollar erreichen die veranschlagten F&E-Ausgaben aller betrachteten 1000 Firmen der Studie zufolge einen neuen Spitzenstand. Die globale F&E-Intensität liege mit 4,2 Prozent so hoch wie zuletzt 2005.

  • dpa
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