Furcht vor tiefer Rezession: Deutsche Konzerne im Abwärtssog

Furcht vor tiefer Rezession
Deutsche Konzerne im Abwärtssog

Mit Hiobsbotschaften über einen rasanten Gewinnverfall wird die Berichtssaison über das abgelaufene Jahr starten. Weil die weltweite Wirtschaftskrise nahezu alle Branchen in Europa und den USA erfasst, sind die Erträge im freien Fall.

DÜSSELDORF. Mit dem stärksten Einbruch müssen deutsche Großkonzerne rechnen. Das ergibt eine Übersicht des Handelsblatts. Besserung ist nicht in Sicht: Der Handelsblatt-Barclays-Indikator zeigt einen weiteren konjunkturellen Rückschlag.

Die Ökonomen der britischen Bank Barclays haben für das Handelsblatt errechnet, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland im ersten Vierteljahr 2009 um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal schrumpfen wird. Das Schlussquartal 2008 dürfte mit einem Minus von einem Prozent das bislang schlechteste Quartal in der aktuellen Krise gewesen sein.

„Es ist sehr wahrscheinlich, dass die deutsche Wirtschaft mindestens vier Quartale in Folge kräftig schrumpft und es zum schlimmsten Einbruch seit der Rezession 1992/93 kommen wird, als die Wirtschaftsleistung fünf Quartale in Folge sank“, sagte Barclays-Volkswirt Nick Matthews. Für das Gesamtjahr erwartet Matthews, dass das deutsche BIP real um 1,7 Prozent zurückgehen wird.

Heute Nacht eröffnet nach Börsenschluss der US-Rohstoffkonzern Alcoa den Reigen der Quartalsberichterstattung. Der vom ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte US-Konzern hatte die Märkte vor Tagen auf neue schlechte Nachrichten eingestimmt. Wegen der globalen Talfahrt kündigte der weltgrößte Aluminiumhersteller an, 13 500 Stellen zu streichen und die Produktion drastisch zurückzufahren. Analysten rechnen für Alcoa mit zweistelligen Ertragseinbrüchen.

Die Alcoa-Zahlen dürften den Auftakt zu einer Welle von Hiobsbotschaften bilden. Insgesamt droht für die 500 größten US-Konzerne nach Berechnungen des Finanzdatenspezialisten Factset ein Gewinnrückgang von 14 Prozent im vierten Quartal 2008. Den Unternehmen steht der längste Abschwung seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen in den USA bevor: Denn auch für die beiden ersten Quartale 2009 prognostizieren die Analysten ein Gewinnminus von zehn beziehungsweise neun Prozent. Angesichts des Ausmaßes der Finanzkrise und des Gleichschritts der weltweiten Rezession prophezeien die Ökonomen der Citigroup mit Blick auf 2009 gar den schlimmsten Ergebnisrückgang seit 40 Jahren. Ein großer Teil des Ende 2007 begonnenen Abschwungs stehe erst noch bevor.

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