Fusion
Big Pharma im Fusionsfieber

Sinkende Umsätze, steigende Konkurrenz durch Nachahmerprodukte, immer höheren Preisdruck und mangelnder Nachschub in der Produktpipeline: Den großen Pharmaherstellern geht es schlecht. Nun schließen sie sich zusammen, um effizienter zu werden. Heute gab Merck & Co. Seine Pläne bekannt, Schering-Plough übernehmen zu wollen. Es wäre der größte Pharmakonzern der Welt.

FRANKFURT. Sechs Wochen nach der Megaübernahme von Wyeth durch Pfizer steht in der Pharmabranche die nächste Großfusion an: Der amerikanische Konzern Merck & Co. will für rund 41,1 Mrd. Dollar den Konkurrenten Schering-Plough kaufen und zum weltweit zweitgrößten Arzneimittelhersteller hinter Pfizer aufsteigen.

„Wir schaffen damit einen starken, globalen und führenden Gesundheitskonzern, der auf nachhaltiges Wachstum und Erfolg ausgerichtet ist“, sagte Merck-Chef Richard Clark gestern. Die beiden Konzerne haben 2008 zusammen knapp 47 Mrd. Dollar Umsatz erzielt und vermarkten seit Jahren gemeinsam die milliardenschweren Cholesterinsenker Vytorin und Zetia.

Treiber für die Großfusionen sind sinkende Umsätze der Pharmabranche, ausgelöst durch wachsende Konkurrenz von Nachahmermedikamenten, steigenden Preisdruck und mangelnden Produktnachschub. Merck wie auch Schering haben in den vergangenen Jahren harte Sparprogramme durchgezogen, um die Gewinnspannen halten zu können. Weil die Kostensenkungsprogramme vieler Unternehmen an ihre Grenzen stoßen, erwarten Analysten weitere Großfusionen in der Branche. „Jedes Unternehmen, das bei dieser Runde der Mega-Merger nicht dabei ist, riskiert, Marktanteile zu verlieren“, sagt Navid Malik, Analyst bei der Londoner Investmentgesellschaft Matrix Corporate Capital.

Die Pharmafirmen Astra Zeneca und Bristol Myers Squibb werden von Investoren bereits als nächste Übernahmekandidaten gehandelt. Die Aktien der Konzerne legten gestern deutlich zu.

Merck erwartet, ab dem Jahr 2011 jährlich 3,5 Mrd. Dollar durch Synergieeffekte einsparen zu können. Beide Konzerne beschäftigen zusammengerechnet 106 000 Mitarbeiter. Nach Angaben einer Sprecherin sollen auf längere Sicht 16 000 Stellen oder rund 15 Prozent eingespart werden. Merck zahlt pro Aktie von Schering-Plough 23,61 Dollar in bar und Aktien der fusionierten Firma. Finanzieren will Merck den Kauf durch bestehende Barbestände in Höhe von 9,8 Mrd. Dollar und einen Kredit von 8,5 Mrd. Dollar, den JP Morgan Chase & Co. zugesagt hat. Der Preis entspricht einem Aufschlag von 34 Prozent auf den Schlusskurs der Schering-Plough-Aktie vom vergangenen Freitag.

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