Fusion der Energieriesen: Shell bietet 64 Milliarden Euro für BG Group

Fusion der Energieriesen
Shell bietet 64 Milliarden Euro für BG Group

Es bahnt sich eine Mega-Hochzeit auf dem Öl-und Gassektor an: Die Energiekonzerne Royal Dutch Shell und die britische BG Group planen die Fusion. Shell hat nun ein Angebot über 64 Milliarden Euro vorgelegt.
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New YorkDie Öl- und Gasbranche steht vor einer Megafusion. Der Energiekonzern Royal Dutch Shell und der britische Gasproduzent BG Group verhandeln über einen Zusammenschluss, wie die BG Group am Dienstagabend bestätigte. Inzwischen hat Shell ein Angebot über umgerechnet 64 Milliarden Euro abgegeben. Der Verwaltungsrat von BG stimmte der Offerte zu. Abgeschlossen ist das Geschäft damit noch nicht, Aktionäre und Behörden müssen dem Deal ebenfalls zustimmen.

Es ist die erste Großfusion dieser Art in der Branche seit mehr als zehn Jahren. Shell zahlt demnach 383 Pence je BG-Aktie in bar und 0,4454 eigene Aktien je BG-Anteilsschein. Dies sei ein Aufschlag von rund 52 Prozent auf den durchschnittlichen BG-Kurs der vergangenen 90 Handelstage. Damit wäre der Mega-Deal zudem eine der größten Übernahmen in diesem Jahr.

Die Megafusion wird zudem eine Reihe von Beteiligungsverkäufen nach sich ziehen: Shell kündigte an, sich zwischen 2016 und 2018 von Werten im Volumen von 30 Milliarden Dollar zu trennen. Im Januar hatte der Ölmulti die Summe der geplanten Verkäufe pro Jahr noch mit fünf bis sechs Milliarden Dollar angegeben.

Für Shell wäre es der größte Zukauf seit der 41,7 Milliarden Pfund schweren Fusion des niederländischen und des britischen Zweiges. Mit der Übernahme würden der größte und der drittgrößte Gasproduzent Großbritanniens zusammengehen.

Energiekonzerne weltweit stehen unter Druck, weil sich die Rohölpreise seit dem Sommer halbiert haben. Grund dafür sind der Schiefergasboom in den USA sowie die hohen Öl-Fördermengen, für die es angesichts der schwächelnden Weltwirtschaft nicht genügend Abnehmer gibt. „Mit dem Ölpreis um 50 Dollar pro Barrel und steigenden Kostendruck sind Übernahmen ein offensichtlicher Weg, Wachstum zu generieren“, kommentiert Christian Stadler, Professor für strategisches Management an der Warwick Business School, die Fusion. „Wenn die Übernahme gelingt, könnte das der Beginn einer neuen Welle von Mega-Fusionen in diesem Sektor sein“, so Stadler weiter. Die britisch-niederländische Shell begründete den BG-Kauf denn auch mit erwarteten Einsparungen: Pro Jahr soll es Synergien von rund 3,4 Milliarden Euro vor Steuern bringen.

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  • Sehr interessanter Sachverhalt.

    Kurze Anmerkung:

    "In einem ähnlich schwierigen wirtschaftlichen Umfeld war es vor einem Jahrzehnt zu den Übernahmen von Amoco und Arco durch BP gekommen, Exxon hatte Mobil übernommen und Chevron hatte sich mit Texaco zusammengeschlossen." wird zweimal geschrieben.

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