Fusion mit Arcelor
Mittal zur Teilung der Macht bereit

Der Stahlunternehmer Lakshmi Mittal ist bereit, bei einer einvernehmlichen Fusion mit Arcelor die Macht mit der Führung des europäischen Stahlkonzerns zu teilen.

HB LONDON/ROTTERDAM. Der weltgrößte Stahlkonzern Mittal Steel veröffentlichte am Dienstag kurz vor seiner jährlichen Hauptversammlung in Rotterdam Details von Vorschlägen, die das Unternehmen der Arcelor-Führung am 28. April für den Fall gemacht hat, dass diese einer Fusion der beiden Konzerne zustimmt. Darin erklärt sich Mittal bereit, die umstrittenen Sonderstimmrechte der Familie nicht nur zu reduzieren, sondern ganz aufzugeben. Nach einer Fusion solle das Prinzip "eine Aktie, eine Stimme für alle Aktionäre" gelten, heißt es in der Mitteilung. Langfristig orientierte Aktionäre, die über eine längere Zeit Aktien des Unternehmens hielten, sollten dafür mit doppelten Stimmrechten belohnt werden, heißt es weiter.

Der Vorstand des fusionierten Unternehmens solle aus drei von Mittal Steel und drei von Arcelor benannten Managern bestehen. Im Board, in dem der Vorstand und die Aufsichtsräte sitzen, sollen sechs von Arcelor benannte, sechs von Mittal benannte und zwei einvernehmlich benannte Mitglieder aus der europäischen Industrie Platz nehmen.

Diese Zugeständnisse begegnen der Kritik von Arcelor, aber auch von Aktionären, an der Corporate Governance von Mittal Steel und stellen eine deutliche Nachbesserung gegenüber dem ursprünglichen Übernahmeangebot dar.

Mittal bietet bislang rund 20 Mrd. Euro in bar und in Aktien für Arcelor. Die Luxemburger haben dies abgelehnt, im Fall einer verbesserten Offerte eine Änderung ihrer Haltung aber nicht ausgeschlossen. Arcelor-Chef Guy Dolle hatte eine andere Haltung für den Fall in Aussicht gestellt, dass Mittal ein Barangebot vorlegt, das dem Unternehmenswert entspreche. Als Wert hatte er 34 Mrd. bis 41 Mrd. Euro angegeben.

Der deutsche Stahlkonzern Thyssen-Krupp verfolgt den Übernahmekampf mit besonderer Spannung, will er sich doch den von Arcelor übernommenen kanadischen Hersteller Dofasco einverleiben. Mittal hat angekündigt, im Fall einer Übernahme Arcelors Dofasco für rund vier Mrd. Euro an die Düsseldorfer zu verkaufen. Arcelor hat jedoch inzwischen seine Anteile an dem größten kanadischen Stahlkonzern in eine Stiftung nach niederländischem Recht ausgelagert, um die Weitergabe an Thyssen-Krupp zu verhindern und damit das gesamte Übernahmevorhaben Mittals zu durchkreuzen.

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