Fusion mit BAE

Frankreich will EADS-Anteile behalten

Frankreich will nach Handelsblatt-Recherchen auf keinen Fall auf seinen Staatsanteil bei EADS verzichten. Damit gefährdet das Land den Zusammenschluss mit dem britischen Rüstungsunternehmen BAE Systems.
Update: 24.09.2012 - 07:56 Uhr 12 Kommentare
Frankreich will an seinem Staatsanteil an EADS festhalten. Quelle: AFP

Frankreich will an seinem Staatsanteil an EADS festhalten.

(Foto: AFP)

ParisDer Zusammenschluss des deutsch-französischen Flugzeug- und Rüstungskonzerns EADS mit dem britischen Rüstungsunternehmen BAE Systems steht vor entscheidenden Hindernissen. Wie das Handelsblatt aus dem französischen Präsidialamt erfuhr, will Frankreich auf keinen Fall auf den eigenen Staatsanteil verzichten. In der Bundesregierung besteht aber die Tendenz, ebenfalls Aktien zu kaufen, falls Frankreich seine Anteile hält. In diesem Fall käme der Zusammenschluss nach Ansicht von EADS wohl nicht zustande, weil die Briten keinen Konzern mit deutsch-französischer Staatsbeteiligung wollten.

Paris ist für die Fusion grundsätzlich aufgeschlossen. Man sei bereit, eine Verringerung der Beteiligung von 15 auf neun Prozent durch die Fusion hinzunehmen, sagte ein hoher Regierungsvertreter dem Handelsblatt. EADS-Chef Tom Enders sähe es am liebsten, wenn alle Staaten ihre Anteile aufgäben und stattdessen „Goldene Aktien“ erhielten. Die sollen ein Veto gegen feindliche Übernahmen ermöglichen. Das ist mit der französischen Regierung nicht zu machen: Aufgeben werde man den Anteil nicht, heißt es im Präsidialamt.

In der Bundesregierung gilt es aber als „unwahrscheinlich“, dass sie einer Lösung zustimmen werde, in der zwar alle Regierungen eine „Goldene Aktie“ hätten, die französische Seite aber zusätzlich noch ein Aktienpaket von neun Prozent. Dem Unternehmen sei immer wieder signalisiert worden, dass auch die Bundeskanzlerin großen Wert auf die „Balance“ innerhalb der neuen Unternehmensstruktur lege.

Zudem wollen BAE Systems und EADS zur Sicherung ihres Fusionsvorhabens einem Zeitungsbericht zufolge Zugeständnisse an die USA machen. Um Bedenken wegen hochsensibler Rüstungsverträge auszuräumen, hätten die beiden Konzerne dem US-Verteidigungsministerium die Gründung eines zweckgebundenen Rüstungsunternehmen in den USA vorgeschlagen, berichtete die „Sunday Times“ ohne Angaben von Quellen. Geführt werden soll die Firma von US-Managern.

Lediglich der Brite Ian King, Chef von BAE Systems, soll Teil des Teams sein. Deutsche und französische Manager sollen ausgeschlossen werden und noch nicht einmal Zugang zu den Verträgen mit den USA haben. BAE wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. EADS war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

EADS bedrängt Bundesregierung
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12 Kommentare zu "Fusion mit BAE: Frankreich will EADS-Anteile behalten"

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  • ... hoffentlich schafft es Frankreich, die Briten aus EADS rauszuhalten. Es ist überhaupt nicht verständlich, weshalb Herr Schrempers unbedingt mit einem britischen Rüstungskonzern ohne Zukunft einsteigen will. Welche persönlichen Eitelkeiten oder Interessen stecken denn hinter solch einer Unfusion?

  • Eurocopter - Deutschland hat die Kompetenzen nach Frankreich abgegeben, und das mit Wissen und Billigung der Beamten und Poilitker in Berlin. Das Bundeswehrbeschaffungsamt in Koblenz hat Berlin direkt informiert wie deutsche Zuliefere beim Tiger ausgebootet wurden, und der Beamte aus Berlin hat den Franzosen auch noch zugestimmt....1995, seit dem sind Tatsachen geschaffen wurden.

    Unsere Poilitker sind unser groesstes Problem!

  • Spätestens seit dem Rafale-Deal Sarkozys (Dassault) mit Indien, ist deutlich, dass die französische Regierung IMMER das Nationale vor das Europäische Ziel stellen wird.
    Die Dumm-Deutsche Republik (DDR) verschenkt sich zu Tode.
    Demnächst wird noch die Bundeswehr unter portugiesisches Kommando abgegeben, dann können alle den Sack zu machen.
    Ich schlage spaßeshalber für unsere lieben europäischen und transatlantischen Freunde vor, dass wir ein paar unserer Kernkraftwerke abschalten und das Material für ein paar richtig gute, eigene Atomwaffen verwenden. Allein die Ankündigung würde reichen, um die Märkte zu beruhigen (Finanzsprech).
    Frankreich wird die Kontrolle über die Force de Farce (haha) noch nicht einmal abgeben, wenn die Machtstruktur in einer europäischen Armee eindeutig französisch wäre.
    Langsam aber sicher habe ich den Eindruck, dass bei so viel dümmlichem Verschenken auf deutscher Seite tatsächlich ein großer, für uns unschöner, Plan dahinter steckt.
    Wir, die Basis, sind nun gefordert. Nieder mit der DDR!

  • Liebe Handelsblatt-Redaktion,
    ich muss schon staunen wie naiv Ihr Berufsjournalisten sind.
    Als ehm. DASA Mitarbeiter und Kenner von franz-deutsch. Unternehmen war mir diese Position schon längst klar.
    Es ist traurig aber leider wahr: Mit Franzosen kann man leider keine Kooperationen auf Augenhöhe machen. Gibt es irgend ein Referenzbeispiel wo so etwas funktioniert? NEIN
    Dieser Hang zu Prestige und Macht und Hauptsitzallüren usw ist typisch für die Manager von der anderen Rheinseite -leider-.
    Wenn FR seine Anteile nicht in Parität zu DE senkt, sollte man die Finger von diesem ohnehin fragwürdigen Experiment lassen.
    Warum nicht ein Jahr warten, wenn BAE evlt. schlechter bewertet dasteht? Jeder sagt, dass die US-Rüstungsaufträge sinken werden.
    Mit dieser fusion werden die Probleme bei Cassidian auch nicht gelöst, es ist nämlich eine zentrale Frage offen:
    Wird Talarion von der Bundeswehr bestellt ja oder nein!
    Steigt FR endlich mit ein, oder betreibt es eine eigene Entwicklung (obwohl kein Geld vorhanden, 5 Jahre R&D Rückstand)
    FR wird Daussault päppeln und EADS (Militär) links liegen lassen. Ganz gerissene Strategie und Dummland D zahlt!

  • Ja, ich denke, Bietchekoopen hat Recht. Allerdings denke ich nicht, dass es Naivität ist, sondern die Dominanz der Bilderberg-Seilschaften in der deutschen Politik, die hier eine große Rolle spielt. Siehe u.a.: http://www.youtube.com/watch?v=aM8op48aruA
    Wie Schäuble schon sagte: Deutschland ist seit dem 8. Mai 1945 nie wieder wirklich souverän geworden.

  • "Geführt werden soll die Firma von US-Managern."

    Ja wie, auf einmal ist es notwendig, auf EIGENE LANDSMÄNNER als Statthalter von eigenen Interessen zu setzen ??

    Werden wir nicht immer schon vollgefaselt mit Theorien a'la "DAX-Vorständen fehlt die Internationale Kompetenz in der Besetzung"? --> Mit der Aufforderung, gefälligst mehr Platz für bspw. US-Boys zu machen ??

    Wir sollen unsere Entscheidungsträger, die UNSEREM Kulturraum entstammen in die Wüste schicken - obwohl diese noch am ehesten wissen und berücksichtigen können, was die bevorzugte Art und Weise für die Deutschen Gesellschaft darstellt und somit das Funktonieren unseres sozialen Friedens sicherstellen?? Um sie alternativ mit US-Krachraketen zu ersetzen, die nur Turbo-Kapitalismus checken und keinerlei Ahnung von nachhaltigem Wirtschaften haben?


    Wir sollten stärker auf die Wahrung unserer eigenen Art und Weise, UNSERER KULTUR achten - und die ultragescheiden Harvard-Kasper besser dort lassen, wo sie herkommen.

  • Scheitert die Fusion sind Enders Tage und die seiner Getreuen bei EADS gezählt. BAE Boss King dürfte auch nicht zu halten sein, da BAE ein wichtiger Zulieferer der Bw ist. Enders hat mit der Fusion DE und FR überfallen. Das lassen die sich nicht bieten. Die haben keine Alternative als weitermachen. Die Briten werden das nicht scheitern lassen. Da gibt es ganz andere Stolperfallen.

  • Hat das Irgendjemanden überrascht. Und die Dicke gibt noch Küsschen an den fiesne Hölländer.

  • emilioemilio,
    das mit dem Nationalismus kann ich dir nur bestätigen , als Schlesier bin ich desöfteren in den Ostdeutschen Gebieten . Also in Schlesien und wenn ich sehe wie die polnischen Politker Ihre Bevölkerung nationalistisch erziehen dann frage ich mich warum sind die Polen überhaupt in der EU. Oder wofür gibt es überhaupt die EU.Ich glaube das jeder nur darauf wartet bis Deutschland wirtschaftlich schächelt um es dann richtig über den Tisch zu Ziehen.Aber wenn man die Wahrheit sagt ist man direkt ein brauner.

  • @ Schlesier

    Genau das ist schon lange Programm!! Es gibt unzählige Beispiele wo unsere eigene Industrie und die eigene Regierung den Ausverkauf zugelassen haben, hier "herrscht der Markt"...sonst überall der Nationalismus!
    Der "größte" deutsche Patriot ist zur Zeit Enders!
    Er wird sich den "Pour le merit" von Paris verleihen lassen!

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