Fusion mit Severstal
Arcelor findet seinen Traumpartner

Der Luxemburger Stahlkonzern Arcelor geht mit seinem russischen Konkurrenten Severstal zusammen. So wie die Unternehmen die Fusion schildern, ist es eine Ideallösung, die auch schon seit Jahren diskutiert wird. Dass das Geschäft just zu dem Zeitpunkt zustande kommt, wo Branchenprimus Mittal Arcelor feindlich übernehmen will, sei „Zufall“.

HB PARIS. Arcelor-Vorstandschef Guy Dollé sprach am Freitag von einer „freundlichen Fusion“ und sagte dem französischen Radiosender Europe-1, es werde keine negativen Folgen für die Arbeitsplätze geben. „Es gibt kaum Überschneidungen. Angesichts der Solidität unserer Bilanz werden wir ganz im Gegenteil unser Wachstum fortsetzen können“, sagte Dolle. Die Transaktion steht laut Dolle mit den Expansionsplänen in Brasilien, Russland, Indien und China im Einklang.

Die Bewertung Arcelors von 40 Mrd. Euro entspreche dem wahren Wert des Unternehmens, sagte Dolle. Die Pläne seien nicht gegen das Übernahmeangebot von Mittal Steel gerichtet, fügte er hinzu. Arcelor und Severstal unterhielten mehrere Joint Ventures und führten bereits seit Oktober 2002 Gespräche über eine weitreichendere Partnerschaft. Mittal habe diese Gespräche aber mit seinem Übernahmeangebot angeheizt. Der Zeitpunkt der Fusion ist nach den Worten des Severstal-Hauptaktionärs Alexey Mordashov „Zufall“.

Arcelor wehrt sich seit Monaten gegen den feindlichen Übernahmeversuch des Mittal-Konzerns, der seine Offerte erst vor wenigen Tagen aufgestockt hatte. Von Mittal war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Mit der Ankündigung von Arcelor, mit der russischen Severstal fusionieren zu wollen, sei die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme durch Mittal erheblich gesunken, meint Felix Fischer, Bond-Analyst der Hypo-Vereinsbank. Die Bewertung der Arcelor-Aktie von 44 Euro bei einer Fusion mit Severstal liege deutlich über dem Angebot von Mittal in Höhe von 37,74 EUR. Allerdings müssten letztlich die Arcelor-Aktionäre über das Angebot abstimmen. Diesen wird die Zustimmung allerdings leicht gemacht: Laut des Fusionsvertrags sollen 7,5 Mrd. Euro an sie ausgeschüttet werden.

Nach Unternehmensangaben sollen die Anteilseigner in den kommenden Wochen auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung über den Fusionsplan abstimmen. Sollten mehr als 50 Prozent dem Geschäft zustimmen, wird die Transaktion voarussichtlich bis Ende Juli abgeschlossen werden. Thomas Hofman, Analyst bei Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) bezeichnete das Angebot als „annehmbar“ für die Arcelor-Aktionäre.

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