Fusion oder Übernahme
Haribo sucht einen Partner

Der Bonner Süßwarenhersteller Haribo ist auf Partnersuche. Dabei hat der Gummibärchen-Gigant zwei Möglichkeiten ins Auge gefasst: Entweder mit einem Wettbewerber zu fusionieren oder einen aufzukaufen.

HB FRANKFURT. „Wir sind mit einigen Leuten immer mal im Gespräch, ob es die Möglichkeit zu einer Kooperation gibt“, sagte Haribo-Chef und -Gesellschafter Hans Riegel der „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe). „Ich ginge gar so weit zu sagen, man könnte auch eine Fusion ausführen, wenn sie Sinn ergibt.“

Mit dem Wettbewerber Storck habe der 83-Jährige bereits über einen Zusammenschluss gesprochen. Das Werben um eine Allianz sei keine zwei Jahre her, aber ohne Erfolg ausgegangen. „Die andere Seite hat es vorgezogen, selbstständig zu bleiben.“ Haribo schaue sich nun international nach einem Partner um. „Es wäre mir gleich, wo das Unternehmen seine Heimat hat“, sagte Riegel.

„Wenn wir uns mit einem größeren Unternehmen der Branche wie Storck zusammenschließen würden, bekämen wir eine andere Struktur – ähnlicher der des Wettbewerbers Cadbury“, sagte Riegel. Der britische Konsumgüterkonzern Cadbury Schweppes hatte 2003 die Kaugummi-Marke Adams für rund 4,2 Mrd. US-Dollar gekauft. Damit stieg das Unternehmen zum weltweit einzigen Süßwarenhersteller auf, der den Markt in allen wesentlichen Kategorien abdeckt: Schokolade, Zuckerwaren und Kaugummi.

Millionen für Zukäufe

Falls keine Fusion zu Stande komme, seien kurzfristig auch Zukäufe denkbar. Bis zu 400 Mill. Euro halte Haribo „als Kriegskasse“ bereit. „Diesen Betrag könnten wir aus eigenen Mitteln ohne Fremdfinanzierung stemmen“, sagte er. Der kinderlose Riegel hat ein Nachfolgeproblem. Sein Neffe war aus der Geschäftsführung wieder ausgestiegen.

Gemeinsam mit seinem Bruder Paul übernahm Hans Riegel nach dem Zweiten Weltkrieg die Leitung des 1920 gegründeten Familienbetriebes. Seitdem hat sich die Haribo GmbH & Co. KG zu einem weltweit tätigen Unternehmen entwickelt. Der Produzent der bekannten Goldbären und anderer Süßigkeiten beschäftigt nach eigenen Angaben rund 6 000 Mitarbeiter an 20 Produktionsstandorten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%