Fusion Suez und Gaz de France
Belgier misstrauen dem großen Nachbarn

Die belgische Wettbewerbsbehörde fordert strenge Auflagen für die angestrebte Fusion der französischen Strom- und Gasversorger Suez und Gaz de France. Grund ist die Angst vor einer Übermacht des großen Nachbarn Frankreich.

HB BRÜSSEL. Die geplante französische Megafusion hat die Regierungsbehörde CREG auf den Plan gerufen, da sie durch den neu zu schaffenden Konzern schwerwiegende Konsequenzen für den Wettbewerb auf dem belgischen Strom- und Gasmarkt befürchtet. Suez ist über seine Stromtochter Electrabel auf dem belgischen Markt präsent. Gaz de France wiederum hält einen 25,1-Prozent-Anteil an dem zweiten belgischen Stromversorger SPE.

Die CREG empfahl der Regierung am Freitag, dass Gaz de France nach der Fusion den Anteil an SPE abstoßen solle. Zudem sollten Suez und Electrabel sich von dem Stromnetzbetreiber Elia trennen. Weitere Auflagen der CREG beträfen das belgische Gasgeschäft, mit dem Suez über das Unternehmen Distrigas 80 Prozent des Marktes dominiert. Weitere 8 Prozent werden von der Gaz-de-France-Tochter SPE abgedeckt. Belgiens Ministerpräsident Guy Verhofstadt hält die Konzentration beinahe des ganzes Marktes in den Händen eines Unternehmens für einen inakzeptablen Zustand. „Ich will mehr Wettbewerb in den Gas- und Strommärkten“, zitierte ihn das „Wall Street Journal“.

Die Wettbewerbsbehörde CREG forderte zudem, Electrabel solle einige seiner Atomanlagen veräußern, falls es zur Fusion zwischen Suez und Gaz de France komme. Sie verwies dabei auf den Einfluss des französischen Staates auf den neu zu schaffenden Konzern. „Da Atomkraftwerke dann teilweise im Besitz einer anderen Regierung wären, könnte dies Probleme bei der Versorgungssicherheit verursachen“, warnte die Regulierungsbehörde.

In Frankreich war eine 72-Milliarden-Euro-Fusion zwischen Suez und Gaz de France von der Regierung in Paris eingefädelt worden, nachdem der italienische Konkurrent Enel sein Interesse an Suez bekundet hatte. Die französische Regierung kontrolliert Gaz de France. Enel ist primär an Electrabel interessiert. Der Konzern bereitet aber offenbar auch ein Übernahmeangebot für die Mutter Suez vor, sollte er bei der belgischen Tochter nicht zum Zuge kommen. Die Ertragsperle Electrabel steht laut Suez nicht zum Verkauf.

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