Fusion von MAN und Scania
Zeitung verbreitet Pischetsrieders Geheimplan

Dass der scheidende VW-Chef Bernd Pischetsrieder einen starken europäischen Lkw-Konzern aus MAN, Scania und der eigenen Lastwagen-Produktion schmieden will, hat er mehrfach deutlich gemacht. Nun berichtet eine Zeitung, dass ein geheimer Plan existiert, wie der neue Riese genau aussehen soll. Auch die Adressaten sind demnach enttarnt.

HB STOCKHOLM. Wie die skandinavische Wirtschaftstageszeitung „Dagens Industri“ meldet, skizziert Pischetsrieder in dem Schreiben seine Vorstellungen für den Zusammenschluss der Lastwagenbauer. Herauskommen soll ein „europäischer Nutzfahrzeugkonzern mit mehreren Marken“. Volkswagen baut in Brasilien schwere Lkw, in Europa aber nur kleinere Transporter.

Den Zeitungsangaben zufolge schickte Pischetsrieder seinen als „privat und vertraulich“ deklarierten Plan am 15. November an MAN-Chef Håkan Samuelsson, Scania-Chef Leif Östling sowie an Börje Ekholm als Chef des größten schwedischem Scania-Eigners Investor. Sieben Tage zuvor hatte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die Ablösung Pischetsrieders als Konzernchef zum Jahreswechsel durchgesetzt.

Das Blatt veröffentlichte die komplette erste Seite des Briefes. Darin bezog sich der zum Jahresende abtretende Wolfsburger Konzernchef auf „Diskussionen bei unserem Treffen am 8. November“. Das widerspricht jüngsten Angaben der nach außen als stark verfeindet geltenden Samuelsson und Östling, dass sie „seit Monaten“ nicht miteinander gesprochen hätten.

Scania-Sprecherin Cecilia Edström sagte zu der Veröffentlichung des Pischetsrieder-Briefes: „Das hat uns schon sehr verwundert. Wir können nicht sehen, wer daran ein Interesse haben soll.“ Zum Inhalt nehme man keine Stellung.

MAN will für umgerechnet 10,3 Mrd. Euro seinen Konkurrenten aus Schweden übernehmen. Doch bislang beißt MAN auf Granit: Sowohl Scania als auch die schwedische Industrieholding Investor, die gemeinsam mit der Familie Wallenberg 30 Prozent der Stimmrechte bei Scania kontrolliert, lehnen das Angebot ab. Volkswagen, der über 34 Prozent der Stimmrechte verfügt, hat die Kontrahenten mehrfach aufgefordert, sich friedlich zu einigen. Volkswagen kontrolliert auch 15 Prozent an MAN und nimmt somit eine Schlüsselrolle ein.

Seite 1:

Zeitung verbreitet Pischetsrieders Geheimplan

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%