Fusion von Suez und GDF
Eon geht in Belgien leer aus

Der deutsche Energie-Konzern Eon guckt beim Verkauf der belgischen Aktiva des französischen Duos GDF-Suez in die Röhre. Suez teilte mit, dass der Konzern mit der italienischen Eni über den Verkauf des Suez-Anteils von 57,25 Prozent am belgischen Gasversorger Distrigaz verhandelt. Der Fusion von Suez und GDFZ steht jetzt nichts mehr im Weg.

PARIS. Auch EDF hatte sich um Distrigaz bemüht. Gleichzeitig gab GDF bekannt, dass der GDF-Anteil am belgischen Stromversorger SPE von 25,5 Prozent an den französischen Stromriesen EDF gehen soll. Die Aktiva-Verkäufe sind Vorbedingungen dafür, dass der staatliche Gasversorger Gaz de France (GDF) im Sommer mit dem Strom- und Wasserversorger Suez fusionieren kann; die EU-Kommission hatte ihre Genehmigung zur Fusion von diesen Verkäufen abhängig gemacht, damit GDF-Suez kein Monopol auf dem belgischen Markt bekommt.

Seit über zwei Jahren ringen beide Konzerne um die Fusion. Die französischen Gewerkschaften gelang es immer wieder, mit juristischen Mitteln den Vollzug zu verzögern. Nun haben sie ihre letzte Karte ausgespielt: Am Freitag verwarf die Justiz ein erneutes Verlangen, eine Sitzung des Zentral-Betriebsrates von GDF zu verschieben. Das Gremium soll heute tagen, um endlich seine Stellungnahme zum Fusionsprojekt abzugeben.

Diese Stellungnahme ist zwar nur beratend, muss aber nach französischem Recht zwingend vorliegen, bevor die Verwaltungsräte beider Konzerne den Zusammenschluss formal besiegeln können. Die Sitzung der Gremien dürfte nun Mittwoch erfolgen. Nach einer 40-Tage-Frist können dann die Hauptversammlungen stattfinden; sprich, frühestens am 7. Juli. Die Börse begrüßte, dass sich der Horizont nun aufklärt; die Aktien von Suez und GDF legten gestern zu.

Parallel zum juristischen Kleinkrieg mit den Gewerkschaften haben beide Konzerne die erforderlichen Aktiva-Verkäufe vorbereitet. Besonders um den Gasversorger Distrigaz hatte es ein hartes Ringen gegeben. Distrigaz gilt als strategisches Asset. Der Gasversorger, der auch deutsche Industriekunden bedient, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,3 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 294 Mill. Euro. Den Wert des Suez-Anteils an Distrigaz schätzen Analysten auf rund 2,5 Mrd. Euro. Suez will indes kein Bargeld, sondern Energie-Aktiva als Bezahlung. Eni bietet Suez im Tausch für Distrigaz unter anderem Gastransport-Kapazitäten für die italienische Hauptstadt Rom an (Wert rund eine Mrd. Euro).

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