Fusion
VW fordert hohen Gewinn von Porsche

Der größte europäische Autokonzern Volkswagen hat nach dem gewonnenen Machtkampf ehrgeizige Ziele für Porsche. Die Fusion soll sich schon binnen fünf Jahren auszahlen. Eine sofortige Komplettfusion wäre für die Wolfsburger aber zu teuer, stattdessen wird eine stufenweise Übernahme angestrebt.

STUTTGART. Der Einstieg beim hochverschuldeten Sportwagenbauer soll sich bereits "nach vier bis fünf Jahren" auszahlen. Dann sei der Kauf mit entsprechender Verzinsung amortisiert, sagte VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch im Wirtschaftspresse-Club Stuttgart.

VW verspreche sich von der Übernahme von zunächst 42 Prozent des Sportwagengeschäfts der Porsche AG für 3,3 Mrd. Euro große Einspareffekte durch die gemeinsame Entwicklung von Bauteilen und Komponenten. Die Synergien der Übernahme seien vom Finanzchef mit 700 Mio. Euro sehr realistisch und eher "an der unteren Grenze" angesetzt, versuchte VW-Chef Martin Winterkorn diesbezügliche Zweifel von Analysten auszuräumen. "Gemeinsam können wir noch vieles besser machen", fügte er hinzu. Der Kaufpreis soll noch in diesem Jahr, vermutlich im vierten Quartal, fließen.

"Eine Sofortfusion wäre für VW kaum zu verdauen", begründete Finanzchef Pötsch die stufenweise Übernahme, die 2011 abgeschlossen sein soll. Oberste Priorität habe die finanzielle Stabilität von VW. Sie dürfe in keiner Phase der Eingliederung von Porsche als zehnter Marke infrage gestellt werden. Die vergangene Woche von Moody's bestätigte Bonitätsnote dürfe vor allem wegen des Finanzierungsgeschäfts im Konzern nicht gefährdet werden. Auch werde VW bei einer Komplettübernahme die Aufnahmefähigkeit der Finanzmärkte bei den geplanten Kapitalerhöhungen nicht überbeanspruchen.

Bei der Entschuldung von Porsche sei entscheidend, dass die "erhebliche Risikokomponente" durch die weitgehende Übernahme der von Porsche gehaltenen Optionen auf VW-Aktien durch den Investor Katar beseitigt sei. Dass die Araber 17 Prozent an Volkswagen halten werden, ließ die Führungsspitze von VW zumindest unwidersprochen. Bei Porsche habe sich die Liquiditätslage durch die Einigung mit Katar entspannt. Es gebe jetzt aufseiten von Porsche keinen Zeitdruck mehr.

In den kommenden Wochen soll mit den Banken über eine solide Finanzierung der zuletzt mit mehr als zehn Mrd. Euro verschuldeten Porsche Holding SE gesprochen werden. Ein kleiner Teil der Optionen bleibe bei Porsche, stelle aber kein großes Risiko dar.

Mit Hilfe komplexer und milliardenschwerer Optionsgeschäfte auf mehr als 20 Prozent der VW-Stammaktien wollte Porsche ursprünglich Europas größten Autobauer zu günstigen Konditionen unter seine Kontrolle bringen. Mit diesem Plan scheiterte Porsche aber wegen der Finanzkrise an zu hohen Schulden, zudem wurde das VW-Gesetz nicht wie erhofft abgeschafft. Damit scheiterte der Plan des ausgeschiedenen Porsche-Chefs Wiedeking, die Übernahme durch einen Gewinnabführungsvertrag von VW finanzieren zu lassen.

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