Fusionsgerüchte um australische Brauerei
Foster’s weckt Begehrlichkeiten

Zwei der größten Braukonzerne der Welt, Inbev und SAB Miller greifen nach dem australischen Bier- und Weinkonzern Fosters’s. Das berichtet die angesehene australische Tageszeitung „The Sydney Morning Herald“. Foster’s-Chef Trevor O’Hoy wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Auch die Sprecher von SAB Miller in London und Inbev in Belgien verweigerten eine Stellungnahme.

SYDNEY. Beide potenziellen Käufer stehen bereits mit Foster’s in Geschäftsbeziehung: SAB Miller vertreibt Foster’s-Produkte in Nordamerika, und mit Inbev hat Foster’s ein Lizenzabkommen für die Herstellung und den Vertrieb des Bieres Stella Artois in Australien. Die Börse hält die Übernahmegerüchte für sehr wahrscheinlich: Die Foster’s-Aktien kletterten gestern über neun Prozent auf 5,95 australische Dollar – das ist der größte Tagesgewinn seit mehreren Jahren. Die Firma ist nach dem Kursanstieg rund zwölf Mrd. australischen Dollar wert (7,15 Mrd. Euro).

Die Foster’s Group hat gestern die Ergebnisse des vergangenen Jahres bekannt gegeben. Wie das Unternehmen mitteilte, ist der Gewinn in den zwölf Monaten bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahr um 26,8 Prozent auf 1,16 Mrd. australische Dollar geklettert. Das Ergebnis ist allerdings nicht repräsentativ. Es enthält einmalige Einnahmen aus dem Verkauf der Marke Foster’s in Europa und Indien, sowie aus der Veräußerung des Braugeschäfts in Asien. Ohne Sondereinflüsse liegt der Gewinn bei 624 Mill. australischen Dollar, 15,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Sollte es tatsächlich zu einer Übernahme durch die beiden Braukonzerne kommen, dürfte dies mit grosser Wahrscheinlichkeit die Aufteilung von Foster’s zur Folge haben. Analysten halten es für unwahrscheinlich, dass Brauereikonzerne ein substanzielles Interesse am Weingeschäft haben werden, das Foster’s in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Standbein ausgebaut hat. „Es ist zuviel Wein für einen Brauer“, sagt der ING-Analyst Gerard Rijk in Amsterdam gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Foster’s verdient heute nur noch etwa 60 Prozent mit dem traditionellen Biergeschäft, und 55 Prozent mit Wein.

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