Fusionsgespräche mit Scania
MAN kämpft um seine Eigenständigkeit

Konzernchef Pachta-Reyhofen beruhigt die Mitarbeiter, die eine Übernahme durch den Rivalen Scania befürchten. Derweil warnt die bayerische IG Metall vor einer Zerschlagung des Unternehmens - und die Gewerkschaft in Niedersachsen macht bereits mächtig Ärger.
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MÜNCHEN/HAMBURG. Der MAN-Konzern will in den Fusionsgesprächen mit Scania seine Eigenständigkeit wahren. Wenige Tage nach den Gerüchten über einen Zusammenschluss mit dem schwedischen Rivalen, versucht MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen, die Beschäftigten zu beruhigen. "Noch gibt es keine Entscheidungen, aber eine volle Übereinstimmung über die Grundvoraussetzungen", sagte Pachta auf einer Betriebsversammlung vor rund 2 000 Beschäftigten der Lkw-Sparte in München.

Seit Monaten reden die beiden Rivalen über eine enge Zusammenarbeit. Doch seitdem Scania am 15. November erklärte, man strebe eine "mögliche Kombination" der beiden Lkw-Hersteller an, herrscht Alarm in München. Ein Plan des jeweiligen Großaktionärs Volkswagen sieht nämlich vor, dass Scania MAN schluckt und danach beide vollständig unter das Dach der Wolfsburger wandern. Bei MAN will man das Wort Fusion aber erst gar nicht in den Mund nehmen: "Voraussetzung für jede Art der Kooperation ist jedoch, dass die Partner freundschaftlich, respektvoll und auf Augenhöhe miteinander umgehen", sagte Pachta-Reyhofen am Mittwoch.

Der Druck auf Pachta-Reyhofen wächst jedenfalls - und allzu viel Rücksicht darf er von Scania nicht erwarten. Schließlich hat MAN 2006 erfolglos versucht, die Schweden feindlich zu übernehmen. Anschließend kaufte sich VW bei MAN ein und stockte seine Beteiligung an Scania auf. Friedlich sollten beide miteinander kooperieren, lautete die Ansage.

Doch die seit dem Sommer laufenden Gespräche mit Scania sind an einem toten Punkt. Das habe weniger mit dem mangelnden Willen der Beteiligten zu tun, heißt es aus Verhandlungskreisen. Das Problem sei vielmehr, dass Scania und MAN bei einer Einkaufskooperation sehr schnell Kartellprobleme bekämen, weil ihre Macht gegenüber den Zulieferern zu groß würde. Dem könne man mit einer Fusion aus dem Weg gehen, heißt es.

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