Fusionspläne mit BAE
Lagardère zweifelt am Mehrwert für EADS

Den geplanten Zusammenschluss von EADS und BAE sieht Großaktionär Lagardère kritisch. Die französischen Interessen seien bei dem Fusionsvorhaben nicht ausreichend berücksichtigt, so der Konzern.
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Paris/MünchenDer französische EADS-Großaktionär Lagardère hat die geplante Fusion des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns mit seinem britischen Konkurrenten BAE Systems kritisiert. "Lagardère hält zu diesem Zeitpunkt die Bedingungen der Annäherung von EADS und BAE für unbefriedigend", erklärte der Konzern am Montag.

Das Unternehmen rief die EADS-Führung auf, das Vorhaben "neu zu bewerten, um die Interessen der französischen Aktionäre bei der Kontrolle von EADS besser zu berücksichtigen". Das Fusionsvorhaben habe bislang nicht gezeigt, dass es EADS Mehrwert verschaffe.

Lagardère hat einen Anteil von 7,5 Prozent an EADS. Diesen hält die Holding Sogeade, die - zusammen mit den Anteilen des französischen Staats - insgesamt 22,35 Prozent von EADS kontrolliert. Auf deutscher Seite hält Daimler 22,35 Prozent der EADS-Anteile.

EADS und BAE sprechen sich dafür aus, im Moment der Fusion die bisherigen Sonderrechte der drei Großaktionäre abzuschaffen. Stattdessen sollen Deutschland, Frankreich und Großbritannien im neuen Gemeinschaftsunternehmen jeweils ein Vetorecht erhalten.

EADS und BAE Systems hatten Mitte September bekanntgegeben, über eine Fusion zu verhandeln. Der neue Konzern wäre das größte Rüstungsunternehmen der Welt und größer als der US-Konkurrent Boeing. EADS beschäftigt in Deutschland rund 50.000 Mitarbeiter an 29 Standorten.

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  • Schon vor 13 Jahren kam eine Fusion zwischen BAe und der DASA nicht zustande weil die gewachsenen strategischen Geschäfte und Interessen nicht passten. BAe sah grösseren Mehrwert in einer Übernahme von Marconi und ging dann auf den damals stark wachsenden US-Markt. Das machte dann den Weg frei für die Gründung der heutigen Erfolgsstory EADS, in der Franzosen und Deutsche ihre Geschäftsanteile in gemeinsamen Programmen ausgewogen bündelten, insbesondere im Zukunfts- und Brot-und-Butter-Geschäft AIRBUS, in dem D und FR, Franz-Josef Srauss sei Dank, gleichgroße Anteile haben. Mit GB hat D halt nur Kampfflugzeuge (Tornado, Typhoon), eine aussterbende Spezies, die künftig von unbemannten Flugzeugen (Drohnen) ersetzt wird. Hochtechnologische Systemführerschaft in Verteidigungstechnik ist in anderen Ländern als in Deutschland entstanden und wird dort auch bleiben! Was also bringt der Deal? Für FR zusätzlichen Wettbewerb für Thales und Dassault. Und für Deutschland eine weitere Marginalisierung seiner Verteidigungsindustrie zur verlängerten Werkbank. Auch für die alte Mär vom strategischen Muss "ausgewogener Geschäftsanteile" zwischen militärischer und ziviler Aerospace gibt es bei schrumpfenden Militärmärkten keine guten Belege. Vielmehr müssen die militärischen Geschäfteinheiten weiter konsolidiert werden, unternehmerisch sinnvoller Weise um die bestehenden Kompetenzzentren herum. Die sind aber nicht in Deutschland. Und der Prozess wird aus GB gesteuert werden. Träumt einer davon, dass vielleicht Kompetenzen aus FR oder GB nach D kommen? Oder Thales oder Dassault nach Manching oder Friedrichshafen zieht? Nein, D wird in dem Merger EADS/BAe ohne Kompensation marginalisiert werden, wenn wir uns nicht zuvor weiter innerhalb der EADS stabilisieren und eigene Kompetenzen im Wettbewerb um Zukunftsmärkte aufbauen. Der Aktienmarkt hat ja sein Urteil schon gefällt: Minus 15%! Offenbar misst auch der Markt der BAe einen deutlich niedrigeren Wert bei. Bad news for shareholders!

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