Fusionsverhandlungen
MAN und Scania brechen angeblich Gespräche ab

Der Nutzfahrzeugkonzern MAN könnte seinen schwedischen Konkurrenten Scania angeblich nur Scania nur noch gegen den Willen des Managements und des schwedischen Großaktionärs Investor übernehmen: Die Fusionsgespräche sollen gescheitert sein.

HB MÜNCHEN. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet unter Berufung auf das Umfeld von Scania, die Vorstellungen über die zu erwartenden Synergieeffekte lägen weit auseinander. Ein MAN-Sprecher wollte am Dienstagabend zu dem Bericht keine Stellung nehmen, bekräftigte aber die Absicht, noch in dieser Woche das Übernahmeangebot an die Scania-Aktionäre vorzulegen, das dann etwa bis Mitte Dezember laufen würde.

Scania-Chef Leif Östling hatte sich von Anfang an gegen die mehr als zehn Milliarden Euro schwere Offerte aus Deutschland gewandt. Investor AB, die Holding der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg, hatte das Angebot als zu niedrig bezeichnet.

Der zweite große Scania-Aktionär, Volkswagen, will am Freitag im Aufsichtsrat über das weitere Vorgehen beraten. Der scheidende Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hatte MAN und Scania bis Freitag Zeit gegeben, sich zu einigen. Pischetsrieder soll die Lkw-Fusion Branchenkreisen zufolge auch nach seinem Abschied aus dem VW-Vorstand vorantreiben. MAN und Volkswagen halten zusammen inzwischen fast die Hälfte der Stimmrechte von Scania.

Unterdessen lässt Investor von der Aktienmarktbehörde (Aktiemarknadsnamden) in Schweden prüfen, ob sie für Scania ein Pflicht-Übernahmeangebot abgeben muss, nachdem die Holding und die Stiftungen der Wallenberg-Familie zusammen die Schwelle von 30 Prozent der Scania-Stimmrechtsanteile überschritten haben. Die Finanzaufsicht (Finansinspektionen) hatte eine Untersuchung angekündigt, ob dabei abgestimmtes Handeln (“Acting in concert“) vorlag - was ein Pflichtangebot nach sich ziehen müsste. Investor hatte dies verneint. Die Aktienmarktbehörde ist ein Beratungsgremium im Auftrag der Finanzaufsicht. Investor hatte seine Beteiligung an Scania vor einer Woche auf 20,01 Prozent der Stimmrechte aufgestockt.

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