Fusionsverhandlungen um neuen Autoriesen
VW bricht Gespräche mit Porsche ab

In Wolfsburg hat sich der Machtkampf zwischen dem Volkswagen-Konzern und dem Sportwagenbauer Porsche erneut deutlich zugespitzt: Die Fusionsverhandelungen wurden überraschend abgebrochen. Darüber, wie es nun mit den Verhandlungen weitergehen soll, gab es - natürlich - unterschiedliche Angaben aus Stuttgart und Wolfsburg.

HB STUTTGART/WOLFSBURG. Der Machtkampf zwischen Volkswagen und Porsche eskaliert. VW sagte überraschend die für Montag geplante Fortsetzung der Gespräche über eine Verschmelzung der beiden Autobauer ab. Darüber, wie es mit den Verhandlungen weitergehen soll, gab es unterschiedliche Angaben aus Stuttgart und Wolfsburg. Ein VW - Sprecher sagte, die Gespräche seien für unbestimmte Zeit unterbrochen. Die Atmosphäre sei derzeit nicht konstruktiv. Porsche teilte dagegen mit, die Verhandlungen würden "ganz normal weitergeführt".

Abgesagt worden sei lediglich der Termin am Montag. "Folgetermine sind vereinbart", heißt es in einer Mitteilung. Porsche hat sich bei seinen Plänen für eine Übernahme von VW verhoben. Vor eineinhalb Wochen hatten sich die Porsche-Eigentümerfamilien auf einen Zusammenschluss mit dem VW-Konzern geeinigt. Die Details sollen in den nächsten Wochen von Vertretern beider Unternehmen sowie des Landes Niedersachsens ausgearbeitet werden. Das Land hat als zweitgrößter VW-Aktionär neben Porsche ein gewichtiges Wort mitzureden.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa, er habe die Unterbrechung eingefordert. In der derzeitigen Lage sehe er keine Atmosphäre für konstruktive Gespräche. In einem der dpa vorliegenden Brief an die VW-Führungskräfte schreibt der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, dass auch die Chefetage in Wolfsburg die Einschätzung des Betriebsratsvorsitzenden teile. "Wir sind nicht unter Druck. Es müssen alle Sachverhalte und Optionen gründlich geprüft werden, um dann auf Basis von Fakten zu entscheiden", schreibt Winterkorn.

Aus Unternehmenskreisen war zu hören, dass die Vertreter der Stuttgarter Sportwagenschmiede "kein nachhaltiges Interesse an einer Lösung mit VW" erkennen ließen. Osterloh forderte, die Familie Porsche müsse jetzt deutlich vorgeben, wozu sie bereit sei und wozu nicht. "Das sollte sie vor allem erst einmal hausintern bei Porsche klären, vor allem mit den Beschäftigten. Wenn man dann wieder auf Volkswagen zugeht, dann muss klar sein, worüber wir überhaupt sprechen wollen. Verkauf, Fusion oder etwas ganz anderes."

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