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Fußmatten: Toyota-Bericht macht Fahrfehler für Unfälle verantwortlich

Erste Untersuchungsergebnisse scheinen den japanischen Autohersteller zu entlasten. Nicht rutschende Fußmatten sollen zahlreiche Unfälle verursacht haben, sondern die Autofahrer selbst: Die Todesfahrer traten in den meisten Fällen wohl auf das Gaspedal anstatt auf die Bremse. Allerdings stammen die zugrunde liegende Daten von Toyota selbst.

Wohl vorerst entlastet: Toyota. Quelle: ap
Wohl vorerst entlastet: Toyota. Quelle: ap

TOKIO. Toyota ist unter Umständen einen Schritt weiter gekommen auf dem Weg, seinen Ruf als Hersteller von Qualitätsautos wieder herzustellen. Wie der weltgrößte Autobauer gestern bekannt gab, hätten eigene Untersuchungen ergeben, dass viele Unfälle mit urplötzlich bescheunigenden Toyota-Modellen nicht auf Fehler der Fahrzeuge, sondern auf Fahrer-Fehler zurückzuführen sind. In „praktisch allen“ Fällen, in denen die Führer des Autos angegeben hätten, die Bremse betätigt zu haben, seien sie tatsächlich auf das Gaspedal getreten, sagte Mike Michels, ein Firmensprecher in Kalifornien.

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Damit werden die Zweifel größer, dass Toyota tatsächlich für diverse Unfälle mit Todesfolge verantwortlich ist. Fest steht bisher nur, dass nicht von Toyota hergestellte Fußmatten in einigen Fällen die Bremse eingeklemmt hatten und teilweise die Pedalen nur schwer herunterzutreten waren.

Bereits vor ein paar Tagen hatte jedoch ein Verantwortlicher der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA angegeben, nichts weiter finden zu können, insbesondere keine Fehler im elektronischen Bremssystem. Nach einem Artikel des Wallstreet Journal von gestern hat die NHTSA zudem mittlerweile ähnlich wie Toyota diverse Fahrfehler von angeblich bremsenden Fahrern festgestellt.

Toyota musste seit September letzten Jahres über 8,5 Mio. Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen. Als Grund wurden diverse Bremsprobleme angegeben, vor allem aber eine unkontrollierte Beschleunigung der Fahrzeuge. Nach Angaben der NHTSA verursachten diese Probleme 89 Tote in 71 Unfällen seit dem Jahr 2000. Die Fälle traten fast ausschließlich in den USA auf. Präsident Akio Toyoda musste sich deshalb Anfang des Jahres vor dem US-Kongress verantworten. Sein Konzern zahlte kürzlich ein Bußgeld von 16,4 Mrd. Dollar, verhängt von der US-Verkehrsicherheitsbehörde NHTSA wegen verspäteter Information der Behörden über eventuelle Sicherheitsmängel. Derzeit sind in den USA 325 Verfahren gegen Toyota anhängig.

Die Ursachen für die plötzliche Beschleunigung sind jedoch bis heute unklar. Toyota hat zwar selbst klemmenden Fußmatten und eventuell langsam reagierenden Pedale als mögliche Bremsverzögerungen eingeräumt. Die US-Behörden glauben aber nach wie vor auch an Fehler im elektronischen Bremssystem.

Nach 2000 untersuchten Reports und den Informationen von in den Autos eingebauten Data-Recordern kommt der japanische Autobauer nun zu dem Schluss, dass alle Unfälle, bei denen ein Bremsen behauptet wurde, tatsächlich darauf zurückzuführen sind, dass die Fahrer einfach das falsche Pedal betätigt haben. Laut Firmenssprecher Michels wird nun weiter überprüft, ob es möglicherweise zu elektronischen Fehlfunktionen gekommen ist. Dies hatte Präsident Toyoda nach ersten Tests aber schon vor Monaten als Ursache ausgeschlossen.

  • 15.07.2010, 11:59 UhrAnonymer Benutzer: FoCS

    Wenn sich jetzt herausstellt, dass unter den Toyota-Fahrern überurchschnittlich viele Deppen sind, hat Toyota damit etwas gewonnen?

  • 14.07.2010, 14:43 UhrAnonymer Benutzer: Tom

    Die Strafe betrug 16,4 Millionen Dollar, nicht wie im Artikel 16,4 Milliarden

  • 14.07.2010, 14:00 UhrAnonymer Benutzer: Andreas Schuster

    ich bin 46 Jahre alt, weder alkohol- noch drogenabhängig, in der iT in einem Job mit großen Herausforderungen beschäftigt. ich habe über 25 Jahre Fahrpraxis und bin auch für meine berufliche Aufgaben viel mit dem Auto unterwegs gewesen.
    ich habe noch NiE Gas- und bremspedal verwechselt.
    ich hatte 13 Jahre lang einen Toyota Carina und habe alle Werkstattprüftermine genutzt, um das Fahrzeug in einwandfreiem Zustand zu halten.
    Als ich privat mit meiner Frau mit dem Toyota auf einem langen geradeausverlaufenden Autobahnzubringer bei Münster unterwegs war, sind die bremsen urplötzlich ausgefallen. Da ich defensiv fahre, ist mir das Problem sehr frühzeitig vor einer Ampel aufgefallen. ich habe meine Frau sofort darauf aufmerksam gemacht, in den Fußraum geschaut und zigmal das bremspedal betätigt. Meine Frau hat auch zu mir in den Fußraum geschaut und hat dies polizeilich zu Protokoll geben können. Die bremsen haben nicht reagiert. Und dann sind wir mit 60 km/h in den vor der Ampel stehenden Verkehr gekracht.
    Das Problem bei Toyota wird nach meiner Einschätzung häufig durch nicht korrosionsfeste bremsleitungen ausgelöst. Aufgrund der schleichenden Korrosion kommt der "bruch" und somit der Ausfall des bremssystems plötzlich.

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