Gabelstapler-Hersteller
Jungheinrich stapelt hoch

Jungheinrich feiert ein erfolgreiches Jahr 2015. Der Gabelstaplerhersteller konnte den operativen Gewinn um 10 Prozent steigern und blickt optimistisch auf das laufende Jahr. Aktionäre erhalten eine höhere Dividende.

DüsseldorfDer Gabelstaplerhersteller Jungheinrich hat 2015 mehr Gewinn gemacht als erwartet und hebt seine Dividende an. Der operative Gewinn (Ebit) sei um zehn Prozent auf 213 Millionen Euro gestiegen, teilte Jungheinrich am Donnerstag mit. Die im vergangenen Sommer erhöhte Ergebnisprognose hatte einen Zuwachs auf 195 bis 205 Millionen Euro vorgesehen. Unter dem Strich verdiente das Hamburger Unternehmen 138 Millionen Euro, ein Plus von knapp zehn Prozent.

„2015 war erneut ein sehr erfolgreiches Jahr für Jungheinrich“, zog Vorstandschef Hans-Georg Frey Bilanz. Der Konzern habe in seinem Kernmarkt Europa sowie weltweit Marktanteile gewonnen. Der Umsatz kletterte um gut zehn Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Erstmals habe Jungheinrich mit 91.200 Fahrzeugen mehr als 90.000 Stück produziert.

Das Unternehmen mit weltweit gut 13.000 Beschäftigten profitiert von der robusten Nachfrage in Europa, den USA und Asien. Das kommt auch den Aktionären zugute. Sie sollen eine um 15 Cent höhere Dividende von 1,13 Euro je Stammaktie und von 1,19 Euro je Vorzugsaktie erhalten. Auch für das laufende Jahr zeigte sich der Vorstand optimistisch. „Der gute Auftragseingang zum Ende des vergangenen Jahres setzt sich 2016 fort und lässt uns positiv auf das laufende erste Halbjahr blicken“, sagte Frey.

Die guten Zahlen der Hamburger haben sich bereits im Vorfeld abgezeichnet. Bereits nach neun Monaten hatte der Konzernumsatz von Jungheinrich mit 1,965 Milliarden Euro um zehn Prozent über dem Vorjahreswert gelegen. Aufgrund der anhaltend positiven Entwicklung hatte der Vorstand die im August erhöhte Prognose für das laufende Geschäftsjahr noch einmal bekräftigt. Bis zum Jahr 2017 will Jungheinrich den Umsatz auf über drei Milliarden steigen, 2020 würden dann vier Milliarden Euro erwartet. „Wir sind sehr gut auf Kurs“, hatte Vorstandschef Hans-Georg Frey im Dezember dem Handelsblatt gesagt. „Wir wachsen schneller als der Markt.“

Jungheinrich baut unter anderem sein internationales Geschäft weiter aus und hat dazu je einen Händler in Australien und in Malaysia übernommen. Erst vor wenigen Tagen gab das Hamburger Familienunternehmen zudem die Übernahme des Händlers Wylze-Logistik in Rumänien und die Gründung einer Vertriebsgesellschaft bekannt. Neu gegründet wurde auch Jungheinrich Südafrika, ab April ist zudem die neue Vertriebsgesellschaft in Chile am Start, dem drittgrößten südamerikanischen Markt für Flurförderzeuge. „Entlang der Konzernstrategie bauen wir konsequent unser globales Netzwerk aus und können damit die jeweiligen Marktpotenziale umfassender nutzen und ausschöpfen“, unterstrich Vertriebsvorstand Lars Brzoska.

Gemessen an den Marktanteilen belegt Jungheinrich hinter Toyota und Kion weltweit den dritten Platz. Konkurrent Kion hat bereits vor einigen Tagen seine vorläufigen Zahlen vorgelegt; die Bilanz wird für den 17. März erwartet. Der Wiesbadener Gabelstapler-Hersteller, der für Marken wie Linde, Still und Fenwick steht, meldete Rekordzahlen. So sprang der Umsatz erstmals über die Marke von fünf Milliarden Euro und verbesserte sich im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 5,01 Milliarden Euro. Der Überschuss kletterte um fast ein Viertel auf gut 221 Millionen Euro.

Kion profitierte eigenen Angaben zufolge vor allem von einem starken Geschäft im Kernmarkt Westeuropa. „Die Rekordergebnisse im abgelaufenen Geschäftsjahr belegen, dass die Kion Group bestens aufgestellt ist, von starken Marktentwicklungen wie in Westeuropa zu profitieren“, betonte Vorstandschef Gordon Riske bei Vorlage der Zahlen. Die Neufahrzeugbestellungen legten um sieben Prozent zu und hätten damit den Weltmarkt überflügelt, so Kion, der nur um ein Prozent wuchs.

Jungheinrich will am 23. März seine vollständige Bilanz veröffentlichen.

Mit Material von Reuters

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