Gallois peilt Übernahmen an: EADS will in den „USA zuschlagen“

Gallois peilt Übernahmen an
EADS will in den „USA zuschlagen“

Der Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS will Unternehmen in den USA übernehmen, um seine gefährliche Abhängigkeit vom Dollarkurs zu verringern. "Jetzt ist die richtige Zeit, in den USA zuzuschlagen, denn der Dollar ist sehr niedrig", sagte Konzernchef Louis Gallois. Er kündigte "wirklich ernste Maßnahmen" an.

HB DONAUWÖRTH. Bis 2020 sollen 20 Prozent der Mitarbeiter außerhalb Europas arbeiten und 40 Prozent der Zulieferungen von dort kommen am Donnerstag, so Gallois bei einem Neujahrsempfang in Donauwörth.

"Wir transportieren keine Werke aus Europa in die USA, aber einige Werke in Europa könnten zusätzliche Arbeiten verlagern", sagte Gallois. Seit dem Start des Sanierungsprogramms Power8 sei der Dollarkurs weiter gesunken und mache "zusätzliche Maßnahmen" nötig: EADS müsse "die Chance nutzen, einen Teil des Geschäfts in die USA zu verlegen". Bei den geplanten Übernahmen "geht es um Unternehmen mittlerer Größe", sagte Gallois.

Dass zwei Drittel des EADS -Umsatzes von Airbus abhängen, "ist ein Risiko für das Unternehmen", erklärte Gallois und kündigte "wirklich ernste Maßnahmen" an, um den Anteil des Rüstungsgeschäfts - wie beim US-Konkurrenten Boeing - auf 50 Prozent zu steigern. "Das lässt sich nur über Akquisitionen bewältigen", sagte Gallois. Aber auch Partnerschaften und organisches Wachstum trügen dazu bei.

Das Sanierungsprogramm Power8 mit dem Abbau von 10 000 Stellen und dem Verkauf eigener Zulieferwerke liege über Plan. Zusätzliche Einsparungen von fünf Prozent an der einen oder anderen Stelle reichten nicht: Es seien "wirklich harte Entscheidungen" zu treffen, "die Beschaffung im Dollarraum wird zunehmen", sagte der Konzernchef. Details werde EADS frühestens im März bekanntgeben.

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