Gamesa
Siemens will Windturbinenhersteller schlucken

Der spanische Windturbinenhersteller Gamesa gehört zu den größten der Welt – einem Bericht zufolge plant Siemens nun dessen Übernahme. Der deutsche Industriekonzern soll bereits Gespräche mit dem größten Aktionär führen.

MünchenSiemens will seine Windkraft-Sparte mit dem spanischen Konkurrenten Gamesa stärken. Der Windturbinen-Hersteller bestätigte am Freitagabend Gespräche mit Siemens. Dabei gehe es um eine Fusion mit der Windenergie-Sparte des Münchener Industriekonzerns. Entscheidungen gebe es aber nicht. Gamesa ist einer der größten Windanlagenbauer der Welt und an der Madrider Börse mehr als vier Milliarden Euro wert. Am Freitag schossen die Aktien um 19 Prozent nach oben.

Einem Insider zufolge soll Siemens etwas mehr als 50 Prozent an der fusionierten Windsparte besitzen. Den Rest sollen die Aktionäre von Gamesa halten. Größter Gamesa-Anteilseigner ist mit knapp 20 Prozent der spanische Energieversorger Iberdrola. Das fusionierte Unternehmen solle seinen Sitz in Spanien haben, fügte der Insider hinzu.

Laut Bankern würden die beiden Unternehmen gut zusammenpassen. Ihr Windkraft-Geschäft ergänze sich gut. Siemens ist im Geschäft mit Anlagen auf hoher See dominierend, ist aber mit Windrädern an Land schwach.

Das Geschäft mit Windturbinen lief zuletzt bei allen großen Anbietern schleppend. Angesichts des niedrigen Ölpreises zögern viele Investoren mit dem Bau neuer Windparks. Siemens hatte wie der US-Erzrivale GE im vergangenen Quartal mit Umsatzeinbußen in dem Segment zu kämpfen. Vorstandschef Joe Kaeser sprach aber von einem vorübergehenden Effekt für sein Unternehmen. Die Auftragslage spreche für steigende Einnahmen in dem Geschäftsfeld bereits in naher Zukunft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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