Gas
Energieagentur rechnet mit Überangebot

Mit einer Wende auf dem Gasmarkt rechnet die internationale Energieagentur IEA - nämlich mit einem Überangebot. Laut Medienbericht geht die IEA davon aus, dass dadurch die Preise sinken werden.
  • 1

jgf/HB LONDON. Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet einem Pressebericht zufolge mit einer fundamentalen Wende auf dem Gasmarkt. Angesichts des Ausbaus erneuerbarer Energien und der Atomkraft sowie einer Erhöhung der Gaskapazitäten werde es weltweit ein wachsendes Überangebot an Erdgas und damit zurückgehende Preise geben, schreibt die "Financial Times" unter Berufung auf eine noch nicht autorisierte Studie, die die IEA am kommenden Dienstag vorstellen wolle. Zugleich werde die Abhängigkeit Europas von Gaslieferungen aus Russland sinken.

Schon jetzt hätten sich die Bedingungen geändert, zitiert das Blatt aus dem Papier: "Der Gasmarkt ist von einem Verkäufermarkt mit knappem Angebot und hoher Nachfrage in einen Käufermarkt mit wachsender Förderung und sinkender Nachfrage gedreht", zitiert die Zeitung aus dem Papier.

Bis 2015 würden die Überkapazitäten von Pipelines und Flüssiggasterminals auf mindestens 250 Mrd. Kubikmeter anschwellen, viermal soviel wie 2007. Der geplante Ausbau regenerativer Energien und der Kernkraft sowie die Erhöhung von Energieeffizienz werde 2015 die Gasnachfrage um fünf Prozent senken, bis 2030 sogar um 17 Prozent.

Die Gasbranche selbst sieht die Entwicklung entspannter. Auf der Weltgaskonferenz in Buenos Aires vor wenigen Wochen hatte die International Gas Union (IGU) zwar über gegenwärtig schwache Absätze und niedrige Preise geklagt, aber längerfristig einen anziehenden Markt prognostiziert.

„Wir wissen nicht, ob die gegenwärtige, ebenso unerwartete wie ausgeprägte Nachfrageschwäche in zwei oder drei Jahren überwunden sein wird. Nach heutigem Stand gehen wir aber nicht davon aus, dass sie eine nachhaltige Trendwende bei der längerfristigen Entwicklung der Erdgasnachfrage in Europa eingeläutet hat", sagte der Vorstandschef von Deutschlands größter Gasgesellschaft Eon Ruhrgas, Bernhard Reutersberg: „Insgesamt sehen wir mittel- und längerfristig nach wie vor Chancen für ein begrenztes Mengenwachstum des Erdgases in Europa. Erdgas wird auch seine relative Position im europäischen Energiemix weiter ausbauen können."

Kommentare zu " Gas: Energieagentur rechnet mit Überangebot"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • bis 2015 werden keine neuen kernkraftanlagen gebaut werden können, der ausbau von erneuerbaren energien verläuft sehr schleppend. insofern bezweifele ich diese aussage.
    in anbetracht der tatsache , dass russland für den kommenden winter eine unterbechung der gasversorgung angekündigt hat, vermute ich das gegenteil !!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%