Gas
Neue Speicher schaffen Sicherheit

Energieversorger in Osteuropa investieren Milliarden in den Bau neuer Speicher und Pipelines. Ein erneuter russischer Gaslieferstopp soll im Ernstfall besser aufgefangen werden als bisher. Die europäische Entwicklungsbank fördert die Vorhaben mit Darlehen in Höhe von 600 Millionen Euro.
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WIEN. Mit Milliardenaufwand wappnet sich Osteuropa gegen eine Neuauflage des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine. Vor allem in Ungarn und der Slowakei gehen zusätzliche Gasspeicher und Pipelines in Betrieb, die im bevorstehenden Winter auch bei einem erneuten russischen Lieferstopp Versorgungssicherheit garantieren sollen.

Während Westeuropa im Januar beim letzten russisch-ukrainischen Gasstreit glimpflich davongekommen war, sorgte der Lieferstopp fast überall in Osteuropa für massive Probleme. Heizkörper blieben kalt, Schulen mussten geschlossen werden und auch in Industriebetrieben ruhte zeitweilig die Produktion. Besonders betroffen waren Länder wie Serbien, Ungarn und Bulgarien.

"Dem nächsten Winter gehe ich wirklich ziemlich gelassen entgegen", sagt jetzt Zsolt Hernadi, Chef des ungarischen Öl- und Gaskonzerns Mol, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Land habe neue Gasspeicher bekommen, mit denen die Versorgung auch bei einem neuerlichen Lieferstopp garantiert sei. Im südungarischen Algyö ist vor wenigen Wochen ein neuer Speicher fertig geworden, die Kosten dafür liegen bei gut 500 Mill. Euro. Im nicht allzu weit entfernten Zsana hat die ungarische Tochter des deutschen Eon-Konzerns in diesem Jahr rund 135 Mill. Euro ebenfalls in neue Speicheranlagen investiert. Die zusätzlichen Kapazitäten sind bei einem neuen russischen Lieferstopp allerdings nicht für Ungarn, sondern für das benachbarte Serbien gedacht.

Eine Schlüsselrolle beim Bau neuer Speicher und Pipelines spielt die europäische Entwicklungsbank EBRD aus London. Mit Darlehen wie für den ungarischen Energiekonzern Mol (200 Mill. Euro) fördert die Bank den Bau neuer unterirdischer Gasspeicher. "Wir geben insgesamt etwa 600 Mill. Euro für den Bau neuer Anlagen", sagt EBRD-Sprecher Anthony Williams. Außer in Ungarn hat die Londoner Bank etwa auch in Kroatien geholfen, damit die staatliche Versorgungsgesellschaft Plinacro im nächsten Winter auf ausreichend große Speichermengen zurückgreifen kann. Mit Unterstützung kann auch die Ukraine rechnen. Die EBRD verhandelt über Darlehen über 500 Mill. Euro, die in der Ukraine warme Heizkörper garantieren sollen.

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