Gasgeschäft Eon will Erdgasnetz an Macquarie verkaufen

Offenbar will Eon bereits am Mittwoch sein Erdgasnetz an die australische Investmentbank Macquarie verkaufen. Einem Zeitungsbericht zufolge bietet der Konzern 3,2 Milliarden Euro für das Netz.
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Eon steht kurz vor dem Verkauf des Erdgasnetzes. Quelle: dapd

Eon steht kurz vor dem Verkauf des Erdgasnetzes.

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BerlinDer Energiekonzern Eon will seine Ferngasnetztochter einem Zeitungsbericht zufolge für 3,2 Milliarden Euro an ein Konsortium um die australische Investmentbank Macquarie verkaufen. Der Aufsichtsrat werde den Australiern am Mittwoch den Zuschlag erteilen, berichtete die „Rheinische Post“ (Mittwochausgabe) vorab. Zu dem Konsortium gehören auch die Abu Dhabi Investment Authority, Kanadas British Columbia Investment Management und die Münchener Rück.

Das sind die Stärken und Schwächen von Eon
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Stärke 1: Aktionäre werden bei Laune gehalten

Natürlich werden die Aktionäre auf den ersten Blick enttäuscht sein, wenn Eon die Dividende für 2011 überweist. Mit einem Euro fällt sie schließlich um 50 Cent geringer aus als noch im Jahr zuvor. Gemessen an der schlechten Jahresbilanz ist sie aber immer noch üppig. Bei einem Nettoverlust von fast 1,9 Milliarden Euro hätte Eon die Dividende schließlich auch komplett ausfallen lassen können.

Doch der Energiekonzern bemisst die Ausschüttung am sogenannten nachhaltigen Konzernüberschuss, der um einige Sondereffekte bereinigt ist. Dieser lag mit 2,5 Milliarden Euro zwar ebenfalls 49 Prozent unter dem des Vorjahrs, blieb aber immerhin im schwarzen Bereich.

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Die Dividendensumme von gut 1,9 Milliarden Euro entspricht daran gemessen einer Ausschüttungsquote von 76 Prozent. Das ist mehr als Eon den Anteilseignern im Vorjahr gegönnt hat - mit einer Dividendenzahlung von 2,9 Milliarden Euro hatte die Ausschüttungsquote damals bei 59 Prozent gelegen - und auch mehr, als der Konzern als Ziel vorgegeben hat. Eon verspricht, jährlich 50 bis 60 Prozent des nachhaltigen Überschusses auszuschütten.

Auch künftig können die Aktionäre mit einer höheren Ausschüttungsquote rechnen. Im Jahr 2012 will Eon die Dividende auf 1,10 Euro je Aktie anheben. 2012 soll sie in mindestens gleicher Größenordnung liegen. Nach den jetzigen Prognosen läge die Ausschüttungsquote damit über der angegebenen Bandbreite.

CEO of German utility giant E.ON Teyssen poses before the annual news conference in Duesseldorf
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Stärke 2: Das Ergebnis soll sich rasch wieder erholen

Dass Eon-Chef Johannes Teyssen mit den schwachen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr bei den Aktionären keine Begeisterung hervorrufen kann, ist ihm klar. Deshalb versucht er schnell den Blick nach vorn zu richten: "Die Talsohle ist durchschritten", betont er gerne.

Und während Konkurrent RWE in diesem Jahr noch mit einer Stagnation rechnet, will Teyssen schon wieder leicht zulegen. So lag das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im vergangenen Jahr bei 9,3 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr rechnet Teyssen mit einem Anstieg des Ebitda auf 9,6 bis 10,2 Milliarden Euro.

E.ON
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Manche Analysten hatten zwar eine noch besseren Erholung erwartet und waren von den teilweise sehr konservativen Annahmen - etwa bezüglich des Aufschwungs der kriselnden Gassparte - enttäuscht. Doch insgesamt wirken sich die früh eingeleiteten Sparmaßnahmen und der Verkauf von Randgeschäften positiv aus.

Beim mittelfristigen Ausblick bestätigte der Konzern die vor dem Gewinneinbruch ausgegebenen Prognosen: Demnach kalkuliert der Eon-Chef für 2013 mit einer Spanne beim Ebitda von 11,6 bis 12,3 Milliarden Euro. Im Vergleich mit den Konkurrenten sind die Aussichten bei Eon also durchaus optimistisch. juf/sme

huGO-BildID: 12931546 Ein Mitarbeiter kontrolliert am Donnerstag, 8.Januar 2009, in Gronau in einer Kavernengasspeicheranlage Gaspipelines der Firm
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Stärke 3: Der Gang nach Russland zahlt sich endlich aus

Während Eon in vielen europäischen Märkten vor großen Herausforderungen steht, entwickelt sich das Russland-Geschäft zu den wenigen Erfolgsgeschichten in der Auslandsstrategie. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten läuft das Geschäft des dort von Teyssens Vorgänger Wulf Bernotat gekauften Stromproduzenten gut.

Die Kapazitäten konnte der Energieriese im Jahr 2011 in Russland deutlich ausbauen. Drei neue mit Gas betriebene Kraftwerksblöcke mit einer Kapazität von 1200 Megawatt nahm der Konzern im Jahresverlauf in Betrieb. Bis zum Jahr 2014 soll zudem ein neues 800-Megawatt-Kohlekraftwerk hinzukommen. 23 Prozent des Stromes, den die deutsche Eon heute erzeugt, stammt nun aus Russland.

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So stiegen auch die Umsätze in der Region im abgelaufenen Geschäftsjahr um starke 29 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Neben den höheren Erzeugungskapazitäten trugen auch gestiegene Strompreise zu dieser positiven Entwicklung bei. Auch die Renditen haben sich zuletzt erhöht.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag im Jahr 2011 bei 553 Millionen Euro, was einer operativen Marge von 34,2 Prozent entspricht. Im Vorjahr hatte sie bei 30,1 Prozent gelegen. Der Gesamtkonzern erzielte dagegen nur eine Ebitda-Rendite von 8,2 Prozent. Für das laufende Jahr prognostiziert der Eon-Konzern eine weitere Steigerung des operativen Ergebnisses in Russland.

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Schwäche 1: Zuflüsse aus operativem Geschäft sinken

Eon legt zwar Wert auf eine hohe Ausschüttung an die Aktionäre. So richtig leisten kann sich der Energiekonzern das aber nicht. Denn der Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft reicht nicht aus, um sowohl Investitionen zu tätigen als auch den Aktionären die versprochene Dividende zu zahlen. Eon ist daher auf Einnahmen aus dem Verkauf von Geschäftsteilen angewiesen.

So lag der operative Cash-Flow 2011 mit 6,6 Milliarden Euro ganze 38 Prozent unter dem Vorjahr. Das hatte mehrere Gründe: Neben dem Minus im operativen Geschäft musste Eon unter anderem auch weitere Gelder in sein Pensionsvermögen in Großbritannien pumpen. Zudem erhielt der Konzern geringe Zahlungen aus der Investitionsförderung von Windparks in den USA. Nicht zuletzt hat Eon Forderungen und Vorräte erhöht.

Das Blatt berichtet, der französische Versorger GDF-Suez habe drei Milliarden Euro für Open Grid Europe (OGE) geboten. E.ON wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Bis zum 9. Mai mussten die Bieter ihre Offerten für OGE, die das größte deutsche Ferngasnetz mit einer Länge von 12.000 Kilometern betreibt, abgeben. Laut mit der Angelegenheit Vertrauten wollen vier Konsortien die Eon-Tochter kaufen.

Eon-Finanzchef Marcus Schenck hatte vor wenigen Tagen erklärt, dass der Verkaufsprozess in die Endphase gehe. Der Konzern würde mit der Tochter seine milliardenschweren Beteiligungsverkäufe fortsetzen. Eon-Chef Johannes Teyssen will bis Ende 2013 Beteiligungen im Volumen von rund 15 Milliarden Euro abstoßen, mehr als neun Milliarden hat er bereits erreicht. Open Grid Europe hat seinen Hauptsitz in Essen und beschäftigt 1600 Mitarbeiter.

  • rtr
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4 Kommentare zu "Gasgeschäft: Eon will Erdgasnetz an Macquarie verkaufen"

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  • Das ist definitiv ein "Out of Bundesald" Einsatz!

    http://thumb4.ftd.de/articleImage/Image/2012/05/16/wegraeumen.560x315.jpg

  • Jetzt sollte man aber vorher mal überprüfen in welchem Umfang öffentliche Gelder für den AUfbau involviert waren und wenn es in Form von Grund und Boden, etc. war. Man denke an die Wasserversorger. Wenn irgendwo öffentliches Geld zum Aufbau dieser Netze geflossen ist, dann mit Zins und Zinseszins zurückfordern.

  • Das klingt, als ob die Open Grid Europe und die Thyssengas demnächst enger zusammenrücken.

  • STERNFOERMIGE INFRASTRUKTUREN (Hub-Struktur) nur dann sinnvoll wenn die Konzernzentrale in der Mitte eines Gebietes ist. Anosnten macht man eine "Ringstruktur" mit einem "Bus"-Verteilsystem. Alles andere ist eine ABM für den Kupferbergbau/die Galsfaserindustrie.

    ICH WARTE AUF DIE AUTOBAHN DIE MORGENS 4-SPURIG IN RICHTUNG STADT UND 2-SPURIG HERAUS IST UND ABENDS UMGEKEHRT - INTELLIGENTE MITTELLEITPLANKE UND VERKEHRSSCHILDER!

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