Gasgesellschaft
Unruhe in der neuen Ruhrgas-Zentrale

Neue Heimat, neuer Chef, neue Probleme: Deutschlands größte Gasgesellschaft Eon Ruhrgas bezieht ihre neue Verwaltung im Essener Süden in schwierigen Zeiten. In den vergangenen zwei Jahren waren die Preise im Großhandel wegen einer unerwarteten Gasschwemme eingebrochen.
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DÜSSELDORF. Als im Oktober 2007 die ersten Bagger rollten, war die Welt für Eon Ruhrgas noch in Ordnung: Der Gaspreis kletterte stetig, die Dominanz des Gasimporteurs auf dem deutschen Markt war ungebrochen und das Unternehmen war einer der größten Gewinnbringer im Eon-Konzern. Die neue Zentrale, deren Bau auf dem Gelände des ehemaligen Grugastadions im Essener Süden begonnen wurde, sollte eine Demonstration der Macht werden.

Die beiden ellipsenförmigen Bürotürme, je 63 Meter hoch, sind ebenso fertig wie mehrere Flachbauten. Die Gebäudekomplexe werden durch ein verglastes, Licht durchflutetes Atrium miteinander verbunden. Alles ist viel schicker als in der angestaubten Zentrale in der Huttropstraße. Ab heute ziehen die 1.800 Mitarbeiter um.

Aber die Zeiten haben sich seit dem ersten Spatenstrich dramatisch verändert. Eon Ruhrgas ist inzwischen das Sorgenkind in Deutschlands größtem Energiekonzern, das Geschäftsmodell des Gasgroßhändlers steht unter Beschuss und die Freiheiten im Konzern werden beschnitten.

Gasschwemme hält an

Der neue Vorstandschef Klaus Schäfer, seit August im Amt, muss sein Unternehmen an dramatische Veränderungen auf dem globalen Gasmarkt anpassen. In den vergangenen zwei Jahren waren die Preise im Großhandel wegen einer unerwarteten Gasschwemme eingebrochen. Während die Nachfrage mit der Wirtschaftskrise gesunken war, drängten plötzlich neue Mengen aus Übersee auf den Markt, weil unter anderem in den USA neue Vorkommen erschlossen wurden.

Zwar erholt sich die Nachfrage wieder. In Deutschland wird sie Anfang kommenden Jahres vermutlich wieder das Niveau von vor der Krise erreichen. Allerdings fehlen dann immer noch die vier verlorenen Jahre des üblichen Wachstums. Und vor allem ist der Druck durch das hohe Angebot unverändert hoch. Die Gasschwemme, so schätzen Experten, wird bis Mitte des Jahrzehnts anhalten.

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