Industrie

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Gaskraftwerkbau: GE und Toshiba greifen Siemens an

Neuer Rivale für Siemens? GE und Toshiba denken über ein Bündnis im Gaskraftwerkbau nach. Dabei wollen die Turbinenbauer zwei Technologien zusammenlegen - mit einem Effekt, der am Markt bestens ankäme.

Mitarbeiter des Siemens Gasturbinenwerkes in Berlin mit einer Bauzeichnung. Quelle: dpa
Mitarbeiter des Siemens Gasturbinenwerkes in Berlin mit einer Bauzeichnung. Quelle: dpa

TokioSiemens droht im Kraftwerksgeschäft stärker unter Druck zu geraten: Nun überlegt die Nummer 2 im Gasturbinenbau GE, sich mit Toshiba aus Japan im Gaskraftwerkbau zu verbünden.

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Die Ziele sind hoch gesteckt. Die Partner wollten die „effizienteste Kraftwärmeanlagen“ ermöglichen, sagte Toshiba-Chef Norio Sasaki. Zuvor hatte schon der dritte Rivale von Siemens bei Gaskraftwerken, Mitsubishi Heavy, seinen entsprechenden Geschäftszweig mit dem Riesenkonzern Hitachi zusammengelegt.

General Electric

Die Siemens-Rivalen GE und Toshiba greifen damit nach nichts weniger als dem Herz von hocheffizienten Gaskraftwerken, dem Boommarkt der Zukunft. Am Donnerstag haben sie in einer Absichtserklärung vereinbart, ein Joint-Venture zu diskutieren, das GEs Gasturbinen und Toshibas Dampfturbinen kombiniert und weltweit gemeinsam an Kraftwerksbetreiber vertreibt.

Durch die Kombination von Gas- und Dampfturbinen können die neuen Kraftwerke auch die Abwärme nutzen, die früher ungenutzt in die Umwelt abgeben wurde. Die Kopplung gilt daher als der globale Standard der Zukunft. Und die Nachfrage wird enorm sein. Bis 2035 soll der Gasbedarf nach einer Prognose der Organization für wirtschaftliche Kooperation und Entwicklung (OECD) um 50 Prozent steigen.

Konventionelle Lagerstätte

Das Erdgas ist aus dem Gestein, in dem es sich gebildet hat, in poröse Speichergesteine wie Sandstein abgewandert. Wo die Speichergesteine von dichteren Schichten wie Ton überdeckt werden, hat sich das Gas in sogenannten Erdgasfallen angereichert und kann entweichen, wenn die Deckschicht durchbohrt wird. Häufig wird gefrackt, um zusätzliche Gasmengen zu fördern.

Unkonventionelle Lagerstätte

Das Erdgas, das aus dem Muttergestein, z. B. dichtem Ölschiefer, nicht abgewandert ist, kann durch Anbohren allein nicht gefördert werden. Erst durch das Einpressen von Frac-Flüssigkeit wird der Gesteinsverbund gelockert, und es bilden sich Haarrisse, so dass das Schiefergas entweichen kann.

Denn zum einen gibt es riesige Gasreserven, seit neue Fördertechniken Shale-Gas zu konkurrenzfähigen Preise aus den Tiefen des Erdmantels fördern können. Zum anderen werden Gaskraftwerke aus ökonomischen und ökologischen Gründen Atomkraft- und Kohlekraftwerke ersetzen.

Siemens

Nicht nur kosten selbst riesige Gaskraftwerke bei gleicher Kapazität einen Bruchteil von Atomkraftwerken (AKW), sie stoßen auch deutlich weniger Kohlendioxid aus als Kohlekraftwerke. Darüber hinaus sind sie eine ideale Ergänzung zu Sonnen-, Wind- und Wasserkraftanlagen, da sie ihre Stromproduktion sehr schnell der Nachfrage anpassen können. AKW und Kohlekraftwerke hingegen lassen sich weniger schnell hoch- und runterfahren.

Für Siemens verschärft sich damit der Wettbewerb in einem ohnehin schon hart umkämpften Markt, den die Deutschen bisher mit GE und Mitsubishi Heavy unter sich aufteilten. Denn mit einem Weltmarktanteil von 35 Prozent an Gasturbinen war GE dem Marktführer Siemens ohnehin bereits hart auf den Fersen.

Nun gewinnen die Amerikaner auch noch die Expertise von Toshiba bei Dampfturbinen und das Vertriebsnetz der Japaner in Südostasien und Japan hinzu. Die Japaner wiederum klinken sich durch die Kooperation in einen Markt ein, an dem sie bisher kaum mitverdienen konnten.

  • 30.01.2013, 20:33 Uhrinnovation

    Ach wie gut, dass es seit einem Jahr Brennstoffzellen Mikrokraftwerke für Mietshäuser gibt. Dezentral für Wärme und Strom.

    Monopole werden fallen...

  • 24.01.2013, 09:16 UhrHofmannM

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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