Industrie
Gaskraftwerken gehört die Zukunft

Die Fakten sprechen für sich: Vier Kraftwerke sind derzeit in Deutschland im Bau – allesamt werden Gas als Brennstoff haben. Und zahlreiche Großprojekte sind zudem in Planung. Aktuelles Beispiel: In Hamm-Uentrop präsentierte gestern der Energiehändler Trianel seine Pläne für eine 800-Megawatt-Anlage. Bis September 2007 soll das Kraftwerk am Netz sein. Das Investitionsvolumen beträgt rund 400 Mill. Euro.

HB DÜSSELDORF.„Wir erwarten einen Anstieg des Erdgases in der Stromerzeugung“, sagt Burckhard Bergmann, im Vorstand der Eon AG zuständig für das Gasgeschäft. Noch habe Erdgas in der deutschen Stromproduktion – verglichen mit dem europäischen Ausland – einen sehr niedrigen Anteil.

Zur Zeit steuert der Energieträger nur zehn Prozent der Stromerzeugung bei und steht damit nach Atomkraft und Kohle in der zweiten Reihe. Weltweit gilt Gas aber als die Wachstumsenergie. Während andere Rohstoffe an Bedeutung verlieren, soll sich der Anteil von Erdgas am weltweiten Energieverbrauch bis 2030 um rund 5 Prozentpunkte auf bis zu 28 Prozent erhöhen, schätzt die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris. Vor allem der Einsatz in Kraftwerken werde steigen, prophezeien die Experten – auch in Deutschland.

Gaskraftwerke gelten als fortschrittlich und umweltschonend. Die modernen Gas- und Dampfturbinen-Anlagen (GuD) verwandeln die eingesetzte Energie effizient in Strom: Rund 60 Prozent werden in Elektrizität umgewandelt, der Abgasanteil ist entsprechend gering. Zum Vergleich: Selbst moderne Steinkohlekraftwerke schaffen nur knapp 50 Prozent Wirkungsgrad.

GuD-Anlagen nutzen den Brennstoff gleich doppelt. Zuerst treibt das verfeuerte Erdgas eine Gasturbine zur Stromerzeugung an. Das bei der Verbrennung entstehende Abgas erzeugt in einem Abhitzekessel Dampf, der über eine Dampfturbine erneut Strom produziert.

Verglichen mit Kohle- oder Atomanlagen lassen sich Gaskraftwerke schnell bauen. In rund 18 Monaten kann eine Gasanlage realisiert werden, bei Kohle rechnet man mit fast fünf Jahren. Die Investitionskosten lägen niedrig, betont Rainer Seele, Geschäftsführer des Ruhrgas-Konkurrenten Wingas.

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