Gaskraftwerks-Bau
Siemens macht Milliardengebot für Konkurrenten

Siemens steht kurz vor dem Kauf des Gaskraftwerkspezialisten Ansaldo Energia, heißt es aus Banker-Kreisen. Für die Anteile, die bisher ein finnische Rüstungskonzern hält, wollen die Münchener 1,3 Milliarden zahlen.
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FrankfurtSiemens macht sich Kreisen zufolge bereit für ein milliardenschweres Angebot für den italienischen Gaskraftwerkspezialisten Ansaldo Energia. Die Münchner wollten rund 1,3 Milliarden Euro für das Unternehmen auf den Tisch legen, das dem italienischen Rüstungskonzern Finmeccanica und dem US-Fonds First Reserve gehört, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Banker am Freitag.

Finmeccanica ringt derzeit mit den Folgen der Schuldenkrise und einem Korruptionsskandal. Um die Wende im laufenden Jahr zu schaffen, will Italiens zweitgrößtes Industrieunternehmen Konzernteile für gut eine Milliarde Euro verkaufen. Zu den Angaben vom Freitag wollten sich weder die Italiener noch Siemens äußern. First Reserve ist im vergangenen Jahr mit 45 Prozent bei Ansaldo Energia eingestiegen und haben damals damit den Gesamtwert des Unternehmens mit 1,2 Milliarden Euro veranschlagt. Falls sich Finmeccanica von seinen Anteilen trennen will, haben die Amerikaner ein Vorkaufsrecht.

Ansaldo Energia leidet seit mehreren Jahren unter schwindenden Umsätzen und rutschte 2011 in die roten Zahlen. Bei Erlösen von rund 1,2 Milliarden Euro erwirtschafteten die Italiener zuletzt einen Jahresverlust von 16 Millionen Euro.

Siemens-Chef Peter Löscher hatte mehrfach angekündigt, sein Haus werde sich punktuell mit Zukäufen verstärken, die auch einige Milliarden Euro kosten dürften. Im Fokus steht dabei die Energietechnik. Während Siemens in der Netztechnik, der Starkstromtechnik und der Windkraft zuletzt mit Problemen zu kämpfen hatte, brummt das Geschäft mit herkömmlicher Energietechnik wie Gasturbinen. Die Sparte zählt zu den einträglichsten Feldern des Konzerns.

Die Münchner wollen im Gaskraftwerksbereich zum US-Erzrivalen GE aufschließen und rechnen ab 2014 mit einer starken Nachfrage in dem Segment in Nordamerika. "Siemens will den Energietechnikmarkt konsolidieren. Es wird dort eine Konzentration geben, die Bestellungen lassen nach", sagte ein Londoner Analyst. "Ansaldo ist eine kleine Firma und für Siemens nicht ausschlaggebend, aber der Konzern wird Zugang zu neuen Märkten bekommen." Die Italiener machten zuletzt viel Geschäft in Nordafrika und dem Nahen Osten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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