Gasmarkt
EnBW will Russen bei Verbundnetz Gas einsteigen lassen

Die angekündigte Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und Russland trägt offenbar erste Früchte: Der ostdeutsche Gasgroßhändler Verbundnetz Gas (VNG) könnte schon bald von russischen Investoren dominiert werden.
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DüsseldorfNeben dem weltgrößten Gasproduzenten Gazprom, der 10,5 Prozent der Anteile hält, greift nun auch der kleinere russische Konkurrent Novatek nach einer Beteiligung von bis zu 25 Prozent. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der beteiligten Unternehmen.

Die Aktien bietet die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) in den Verhandlungen über eine weitreichende Kooperation mit Novatek. Im Gegenzug erhofft sich EnBW-Chef Hans-Peter Villis günstige Gaslieferungen aus Russland.

Die Verbundnetz Gas AG mit Sitz in Leipzig gilt als ostdeutsche Ruhrgas und importiert Gas nach Deutschland. 2010 setzte die VNG 6,3 Milliarden Euro um. Novatek ist der wichtigste unabhängige Gasproduzent Russlands.

Voran getrieben wird die Transaktion von EnBW-Chef Villis. Die EnBW hat eine Option auf 48 Prozent der VNG, die derzeit vom norddeutschen Regionalversorger EWE gehalten werden.

Die EnBW will davon bis zu 25 Prozent direkt an die Russen weiterreichen. Die restlichen Anteile könnte Villis in ein Joint-Venture einbringen, an dem Novatek beteiligt ist. Ein kompletter Verkauf des Pakets wäre politisch zu heikel, weil dann mit Gazprom und Novatek russische Unternehmen über die VNG-Mehrheit verfügten. Weder EnBW noch VNG wollten die Informationen auf Anfrage kommentieren.

Dem Einstieg von Novatek bei VNG wäre ein Coup. Auch der Energieversorger RWE soll laut "Spiegel" mit dem russischen Energiekonzern Gazprom über einen Einstieg bei dem angeschlagenen Versorger verhandeln. RWE war durch die beschlossene Abschaltung seiner Atomkraftwerke nach der Katastrophe in Fukushima finanziell stark unter Druck geraten. US-Ratingagenturen haben bereits die Kreditwürdigkeit von RWE herabgestuft.

Kommentare zu " Gasmarkt: EnBW will Russen bei Verbundnetz Gas einsteigen lassen"

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  • Das kann ich nur bestätigen. Nachdem Herr Putin versucht hat, alle anderen Lieferanten auszustechen (Nabucco), kauft er sich jetzt in unser Gasnetz selber ein. Wir liefern uns ihm aus, und das Kartellamt schläft weiter. Herr Medwedew ist das freundliche Gesicht der Ölpreisbindung.
    In den Ferien scheint in Deutschland alles möglich zu sein.

  • EnBW-Chef Villis "erhofft" sich günstige Gaslieferungen aus Russland !
    HOFF OH DU ARME SEELE kann man da wohl nur sagen.

    Die Russen werden uns energie-mäßig wohl in Zukunft mächtig über den Tischen ziehen bzw. kräftig zur Ader lassen !

  • Leipzig liegt nicht in Ostdeutschland, sondern in Mitteldeutschland, ist auch Standort des MDR (Mittel- Deutschen-Rundfunks).

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