Industrie

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Gaspipeline: RWE plant Ausstieg aus Nabucco-Projekt

Der Energiekonzern RWE zieht sich Branchenkreisen zufolge wohl schon bald aus dem länderübergreifenden Gaspipelineprojekt Nabucco zurück. Noch in diesem Jahr könne der Verkauf über die Bühne gehen, heißt es.

RWE-Zentrale in Essen. Quelle: dpa
RWE-Zentrale in Essen. Quelle: dpa

DüsseldorfDen Anteil von 16,6 Prozent könne der bereits beteiligte österreichische Ölkonzern OMV übernehmen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Durch die von der EU unterstützte Röhre soll Gas von Aserbaidschan nach Europa fließen. Nabucco soll Europa unabhängiger von Gaslieferungen aus Russland mit seinem mächtigen Gazprom-Konzern machen. RWE wie auch OMV lehnten eine Stellungnahme dazu ab.

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Das sind die größten Energieversorger der Welt

  • Platz 10

    Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

  • Platz 9

    Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

  • Platz 8

    Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

  • Platz 7

    Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

  • Platz 6

    Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

  • Platz 5

    64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

  • Platz 4

    Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

  • Platz 3

    Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

  • Platz 2

    Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

  • Platz 1

    Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete, der Verkauf der RWE-Anteile an OMV könne noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Zu Nabucco gehören neben den beiden Konzernen noch die ungarische MOL, die türkische Botas, BEH aus Bulgarien und die rumänische Transgaz. Das Projekt hatte immer wieder Rückschläge erlitten. Der Zeitplan für den milliardenschweren Bau der Röhre hatte sich verzögert. Eine Investitionsentscheidung haben die Partner bis heute nicht getroffen. Auch ein Liefervertrag kam nicht zustande. Zuletzt peilten die Nabucco-Partner noch eine verkürzte Leitung, die "Nabucco West", an.
Ein Ausstieg von RWE wäre keine große Überraschung, hatte sich das Engagement des Konzerns für die Pipeline doch zuletzt deutlich abgekühlt. "Angesichts veränderter Bedingungen durch die Planung neuer Pipeline-Projekte prüfen wir derzeit, ob unsere kommerziellen und strategischen Anforderungen an Nabucco weiter gewahrt werden", hatte der Versorger bereits vor Monaten erklärt. Zuvor hatte der ungarische Öl- und Gaskonzern MOL unter Verweis auf die hohen Kosten mit dem Ausstieg aus dem Milliardenprojekt gedroht.

Energiekonzerne

RWE ist wegen der Atomwende und des ohnehin schwächelnden Gasgeschäfts unter Druck. Der seit Juli amtierende RWE-Chef Peter Terium hat angekündigt, die Investitionen zu kürzen und eine Reihe von Beteiligungen zu verkaufen. Betroffen ist auch das Gasgeschäft. So will RWE seine tschechische Transporttochter Net4Gas abstoßen. Insgesamt will Terium bis Ende 2013 Beteiligungen im Volumen von bis zu sieben Milliarden Euro veräußern.

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