Gasunie
Niederländer steigen bei Ostsee-Pipeline ein

Das deutsch-russische Gemeinschaftsprojekt zum Bau einer Gaspipeline durch die Ostsee ist durch einen niederländischen Partner erweitert worden. Der Gasversorger Gasunie stieg am Dienstag mit neun Prozent in das Betreiberkonsortium Nord Stream ein. Für die deutschen Gesellschafter hat das Folgen.

HB MOSKAU. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten Gasunie-Chef Marcel Kramer und der Vorstandschef von Gazprom, Alexej Miller, in Moskau. Die vor einem Jahr angekündigte Kooperation wurde nach Abschluss von Verhandlungen zwischen dem niederländischen Regierungschef Jan Peter Balkenende und Russlands Präsident Wladimir Putin besiegelt. Die Niederlande wollen in Zukunft russisches Gas auch weiter nach Großbritannien pumpen.

Die Umsetzung des Ostsee-Projekts stößt auf Widerstand mehrerer Anrainerländer. Im Baltikum und Polen sieht man die eigene Energiesicherheit durch das Vorhaben gefährdet. Der für Technik zuständige Nord-Stream-Direktor Sergej Serdjukow sagte am Dienstag, der Beginn der Rohrverlegung auf dem Meeresgrund werde wegen fehlender Abstimmung mit Anrainern um ein halbes Jahr auf Juli 2009 verschoben.

Laut dem Abkommen mit Gasunie wird Gazprom seinen Anteil von 51 Prozent weiter halten. Die beiden deutschen Gesellschafter Eon Ruhrgas und BASF-Tochter Wintershall, die bislang jeweils 24,5 Prozent besaßen, würden je 4,5 Prozent ihrer Anteile an die Niederländer abtreten, kündigte Miller an. „Die Beteiligung von Gasunie an Nord Stream ist ein extrem wichtiger Schritt zur Gewährleistung der Energiesicherheit Europas“, sagte der Chef des vom Kreml kontrollierten Gasmonopolisten. Kramer betonte, dass in Europa die Nachfrage nach Gas hoch bleibe, während seine Förderung auf dem Kontinent weiter schrumpfe. Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) leitet den Aufsichtsrat von Nord Stream.

Im Gegenzug übernehme Gazprom den Angaben zufolge einen neunprozentigen Anteil an der 235 Kilometer langen Gasleitung Balgzand Bacton Line (BBL) zwischen den Niederlanden und Großbritannien, an der Gasunie 60 Prozent der Anteile halte. Über die Pipeline mit einer Jahresleistung von 16 Mrd. Kubikmeter soll künftig auch russisches Gas nach Großbritannien fließen.

Neben Gasunie hatten unter anderem auch Gaz de France sowie die britischen Centrica und BP Interesse an einem Einstieg in das Projekt Nord Stream bekundet. Durch die Ostsee-Pipeline sollen nach ursprünglichen Plänen ab 2010 jährlich bis zu 27,5 Mrd. Kubikmeter Gas gepumpt werden. Mit einem zweiten Strang soll die Leistung von 2012 an verdoppelt werden.

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