Gazprom-Konzern: Gasversorgung Europas angeblich gesichert

Gazprom-Konzern
Gasversorgung Europas angeblich gesichert

Trotz des starken Frosts in Russland sieht Gazprom die Versorgung der Kunden in Deutschland gesichert. Der russische Gaskonzern soll zuvor allerdings die Gaslieferungen in einige europäische Länder gedrosselt haben, um auf die höhere Nachfrage in Russland zu reagieren.

HB BERLIN. „Wir bleiben definitiv im Rahmen unserer vertraglichen Verpflichtungen“, sagte Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew am Donnerstag auf einem Energiekongress in Berlin. „Wir bewegen uns in voller Übereinstimmung mit unseren Verträgen.“ Erschwerend komme allerdings hinzu, dass die Gasnachfrage auch mit den Wetterbedingungen schwanke und die Kunden vorübergehend einen größeren Bedarf hätten. „Wir werden versuchen, so viel Gas zu liefern wie möglich“, sicherte Medwedew zu.

Er bestritt, das Gazprom Schritte unternommen habe, um Lieferungen nach Europa einzuschränken. Der russische Gasmonopolist hatte am Vortag eingeräumt, dass seine Lieferungen in einige europäische Länder wegen der Kältewelle in Russland beeinträchtigt seien. Betroffen seien Ungarn und Bosnien-Herzegowina. Gazprom wolle mit der Drosselung die erhöhte Nachfrage im Heimatland bedienen, wo in einigen Gebieten die Temperaturen auf weniger als minus 30 Grad Celsius gefallen sind.

Medwedew rechnet nach eigenen Worten mittelfristig mit einem Ölpreis von 40 bis 50 Dollar je Barrel - also deutlich unter dem aktuellen Preis. Bei einem solchen Preis würde er den Gaspreis auf 180 bis 200 Dollar je Tausend Kubikmeter Gas veranschlagen.

Der Gazprom-Manager betonte, Kerninstrument seiner Lieferbeziehungen mit seinen Großkunden - in Deutschland Eon Ruhrgas und Wingas - bleibe der langfristige Vertrag. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass das Kartellamt jüngst Eon Ruhrgas langfristige Verträge mit dessen Kunden - den Stadtwerken - untersagt hatte. Andere Vertragsmodalitäten zwischen dem deutschen Konzern und Gazprom stünden nicht zur Debatte. Die Politik lang laufender Lieferverträge stehe nicht im Gegensatz dazu, dass sich Gazprom auch vestärkt mit kurzfristigen Handelsinstrumenten befasse.

Der Manager unterstrich erneut die Ambitionen von Gazprom, zu einem globalen Energiekonzern heranzuwachsen und dabei auch seine Geschäfte in Europa, aber auch den USA und Südostasien auszudehnen. Zudem sollten die Aktivitäten durch Partnerschaften weit über den Energieförderbereich hinaus erweitert werden. Das gelte auch für Deutschland, wo der Konzern näher zum Endkunden wolle und geeignete Partnerschaften ins Auge gefasst habe. Als „ideale Partnerschaft“ bezeichnete Medwedew an anderer Stelle jeweils zur Hälfte gehaltene Gemeinschaftsunternehmen.

Gazprom wollte nach Medwedews Worten am Donnerstag Gespräche mit Eon Ruhrgas führen, wobei es um Erschließungsvorhaben in Russland gehe. Auch mit RWE spreche der russische Konzern über Kooperationsmöglichkeiten. Auch Gaslierungen seien dabei ein Thema, ohne dass aber schon etwas beschlossen sei.

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