Gazprom steigt bei Beltransgas ein
Schlussstrich beim Gas-Streit

Der russische Gasmonopolist Gazprom beteiligt sich nun doch beim weißrussischen Pipelinebetreiber Beltransgas. Weißrussland hatte sich lange gegen den Einstieg ausgesprochen. Mit der Transaktion ziehen Russland und Weißrussland einen Schlussstrich unter den so genannten Gas-Streit.

HB MINSK. Gazprom zahlt 625 Millionen Dollar für 12,5 Prozent an Beltransgas, wie beide Firmen am Freitagabend mitteilten. Stunden zuvor hatte es noch geheißen, das Geschäft sei auf Grund von Unstimmigkeiten zunächst geplatzt. Weißrussland hatte sich lange gegen den Einstieg Gazproms bei Beltransgas ausgesprochen, willigte jedoch nach einem Streit um die Gas-Preise und einem drohenden Lieferstopp Ende 2006 in das Geschäft ein.

Damals war ein Paket ausgehandelt worden, das unter anderem vorsieht, dass Gazprom in mehreren Schritten bis 2010 die Hälfte an Beltransgas für 2,5 Milliarden Dollar übernimmt. Dafür hebt Gazprom den Preis für seine Gaslieferungen nach Weißrussland auf nur 100 Dollar für 1000 Kubikmeter an. Damit hat sich der Preis zwar mehr als verdoppelt, bleibt aber unter den ursprünglichen Gazprom-Forderungen.

Der Gas-Streit hatte die Beziehungen zwischen beiden Ländern belastet. Zudem waren in Europa Ängste vor Versorgungsengpässen aufgekommen, nachdem Weißrussland mit einer Kappung der russischen Lieferungen nach Europa gedroht hatte. Europa bezieht rund ein Viertel seines Erdgases von Gazprom. Davon fließen etwa 80 Prozent durch die Ukraine und 20 Prozent durch Weißrussland.

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