Industrie
Gazprom und BASF weiten Kooperation aus

Der russische Gasriese Gazprom und der Chemiekonzern BASF planen die gemeinsame Erschließung von Gasvorkommen in Ostsibirien. Das hat der Vorstandsvorsitzende von Gazprom, Alexej Miller, am Mittwoch bei dem offiziellen Beginn der Gasproduktion des Gemeinschaftsunternehmens Achimgaz in Westsibirien angekündigt.

ink NOWY URENGOI. Details nannte er bei dem Auftritt mit BASF-Chef Jürgen Hambrecht allerdings nicht. Ein gemeinsames Engagement von BASF und Gazprom im Osten Russlands würde die Zusammenarbeit beider Konzerne massiv ausbauen. BASF wird ohnehin ab Mitte 2009 erstmals mehr Gas aus Russland als auch allen anderen Fördergebieten des Konzerns verkaufen. Denn nach dem Start der Förderung in Juschno Russkoje im vergangenen Jahr ist Achimgaz das zweite große gemeinsame Erdgasförderprojekt der BASF-Tochter Wintershall mit Gazprom.

Stand bisher für die BASF vor allem die Belieferung Europas im Mittelpunkt der Aktivitäten, dürfte das Gas aus Ostsibirien ausschließlich nach Asien fließen. Denkbar wäre dann auch eine Belieferung der umfangreichen Chemieanlagen, die die BASF in China betreibt. Bisher ist das Unternehmen dort auf Gas von chinesischen Lieferanten angewiesen.

In der westsibirischen Lagerstätte Urengoi fördert die gemeinsame Tochter Achimgaz in der jetzigen Pilotphase zunächst 1,5 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag. In der Produktionsphase sollen später bis zu 7,5 Mrd. Kubikmeter Gas pro Jahr aus dem Boden gepumpt werden, die sowohl für den russischen als auch westeuropäischen Markt bestimmt sind. Die Reserven in der Lagerstätte werden auf bis zu 200 Mrd. Kubikmeter Gas geschätzt. Erstmals wird nun in Russland Gas aus einer Tiefe von mehr als 3500 Meter gefördert.

Bisher hat die BASF-Tochter Wintershall in Achimgaz bereits 300 Millionen Dollar investiert, bei einem Vollausbau der Produktion wird ein Investitionsvolumen von mehr als einer Milliarde Dollar erwartet. Gazprom-Chef Miller betonte, dass die erste Phase komplett von der BASF finanziert wurde, der weitere Ausbau des Feldes soll aus den Gasverkäufen der Achimgaz erwirtschaftet werden.

Miller hatte bereits betont, dass die Finanzkrise keinen Einfluss auf die Investitionstätigkeit seines Unternehmens habe. Ein Drittel aller Investitionen werde im kommenden Jahr auf die Halbinsel Jamal fließen, auf der auch das Fördergebiet Uringoi liegt. Da wegen der Finanzkrise insgesamt weltweit weniger in neue Öl- und Gasvorkommen investiert werde, dürfte die Nachfrage bald wieder das Angebot übersteigen und deshalb die Preise anziehen. Sowohl Miller als auch Hambrecht betonten, dass die Gaspreise im kommenden Jahr allerdings zunächst sinken werden, weil sie sich zeitverzögert auch an den Schwankungen des Ölpreises orientierten.

Die russische Regierung werde trotz der Finanzkrise an dem Plan festhalten, die Gaspreise für den inländischen russischen Markt im kommenden Jahr erheblich anzuheben. Sie liegen derzeit deutlich unter Weltmarktpreisen.

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